Frei Ottos Multihalle in Gefahr?

Mannheim, Multihalle (Bild: Hubert Berberich (HubiB), CC BY 3.0)
Gerühmt als „Wunder von Mannheim“: die Multihalle aus dem Jahr 1975 (Bild: Hubert Berberich (HubiB), CC BY 3.0)

„Wunder von Mannheim“, „Meilenstein der Architektur“, „größte freitragende Holzgitterschalenkonstruktion der Welt“ – bis heute reizt die Mannheimer Multihalle, die der Pritzker-Preis-Träger Frei Otto mit dem Architekturbüro Carlfried Mutschler 1975 verwirklichte, zu Superlativen. Bis heute, denn in diesen Tagen geistern Worte wie „marode“, „bedroht“ oder „Abriss“ durch die Presse.

Einig ist man sich, dass dieses einmalige und seit 1998 denkmalgeschützte Bauwerk saniert werden muss, denn seit 2008 wird die durch Feuchtigkeit geschädigte Konstruktion gestützt und seit 2011 für den Besucherverkehr geschlossen. Entwickelt wurde die Grundidee für das Ingenieurbaukunstwerk für einen 1970 ausgeschriebenen Wettbewerb, eigentlich als temporäres Bauwerk zur Bundesgartenschau 1975. Glücklicherweise blieb die Halle als beliebter Anziehungspunkt im Herzogenriedpark erhalten. Doch nun sieht sich der Mannheimer Gemeinderat nicht in der Lage, die geschätzten Sanierungskosten von knapp 12 Millionen zu schultern und denkt laut über Abriss nach – sollte sich keine externe Finanzierung auftun. Der Bund Deutscher Architekten (BDA) machte sich bereits für den Erhalt stark und empfahl die Halle gar für die UNESCO. Denn, wie es Ursula Baus in der Deutschen Bauzeitung schon 2015 auf den Punkt brachte: „Es gilt, das ‚Wunder von Mannheim‘ zu retten“. (kb, 12.6.16)