Trinitatiskirche wird „EinTanzHaus“

In wenigen Wochen ist es soweit: Die neue Nutzung der Mannheimer Trintiatiskirche startet in ihre dreimonatige Testphase. Der Weg zu dieser Lösung war ein langer. 1959 hatte man den moderne Betonbau nach Entwürfen von Helmut Striffler im Stadtzentrum eingeweiht. Die farbigen Betonglasfenstern des Künstler Emil Kiess, die fast die gesamte Wandfläche einnehmen, prägen das Innere bis heute. Doch 2005 wurde der Gottesdienstraum stufenweise geschlossen und an den Gesamtkirchenverband abgegeben. Erste Überlegungen scheiterten, hier einen Ballett-Proberaums des örtlichen Nationaltheaters einzurichten. Striffler kämpfte bis zu seinem Tod im Jahr 2015 öffentlichkeitswirksam für den Erhalt der Kirche – möglichst in ihrer angestammten Nutzung.

2015 lobte man einen Ideenwettbewerb zur Nachnutzung aus, 2016 entschied die Jury aus 28 Konzepten zugunsten des „EinTanzHauses“. Die Initiative, die mindestens drei Jahre auch öffentliche Fördermittel erhalten soll, versteht sich als kulturelle Plattform: Tanzraum und -schule, Aufführungs- und Begegnungsstätte im multikulturellen Quartier. Nach den Plänen des Büros „Eben Architektur“ sollen der Altarraum mit Kanzel und Taufbecken  – reversibel – überbaut, die von Striffler entworfenen Bänke zur Zuschauertribüne gruppiert und die Bühne in der Raummitte aufgeschlagen werden. Ab dem 30. September geht es los mit Aufführungen vom „La_Trottier Dance Collective“ und Kursen von Yoga bis Breakdance. (kb, 31.7.17)

Mannheim, Trinitatiskirche, Simulation der Umnutzung für Tanzzwecke (Bild: Eben Architektur Frankfurt am Main/Mannheim)