Manöver um die Multihalle

Mannheim, Multihalle (Bild: Immanuel Giel, PD)
Fachleute ringen um die Multihalle (Bild: Immanuel Giel, PD)

Wie schwer sich ein Luftschloss festbinden lässt, mussten an diesem Wochenende die Experten in der Multihalle feststellen. Sie trafen sich zum internen Workshop, dessen Ergebnisse öffentlich vorgestellt wurden. Die 1975 errichtete Halle gilt als eines der frühen Meisterwerke von Frei Otto. Doch eine Sanierung ist inzwischen unaufschiebbar …

2011 wurde das Baudenkmal für Besucherverkehr geschlossen, 2016 dachte der Gemeinderat laut über Abriss nach. Vor Kurzem gründeten die Stadt und die Architektenkammer Baden-Württemberg „Multihalle e. V.“, um Spenden zum Bauerhalt zu sammeln und eben jenen Expertenworkshop auszurichten. Dieser offerierte für den – zunächst temporär zur Bundesgartenschau geplanten – „fliegenden Bau“ keine Generallösung. Diskutiert wurde z. B. eine Einbindung in die 2023 nach Mannheim kommende BuGa. Man solle nicht dämmen, lieber schrittweise sanieren, mit kleineren Veranstaltungen experimentieren und, so Prof. Volkmar Bleicher (TH Stuttgart), „künftige Nutzungen dem Raumklima anpassen, nicht umgekehrt.“ Der Architekturkritiker Falk Jäger taxierte auf „monumentum“ die Zukunftschancen des einstigen „Wunders von Mannheim“: „Erst kürzlich wurde die lange Jahre gesperrte Halle entrümpelt und durchgefegt; seitdem ist sie wieder einigermaßen vorzeigbar und für Inspektionen zugänglich. Der Gemeinderatsbeschluss [mit der „Option“ Abriss] steht zwar noch, aber die Hoffnung auf das zweite Wunder ist nicht unbegründet.“ (kb, 7.4.17)