Materialität des Heiligen

Paris, Saint-Eugène (Bild: Jospe, GFDL oder CC BY SA 3.0.de)
Saint-Eugène, 1855 in Paris eingeweiht, gilt als erste Eisenkonstruktion im französischen Kirchenbau – und ist in Düsseldorf unter dem Motto „Verstecktes Eisen“ eines der vielfältigen Vortragsthemen (Bild: Jospe, GFDL oder CC BY SA 3.0.de)

Wer sagt denn, das Heilige sei nicht greifbar … Gut, die Calvinisten. Und die Naturwissenschaftler. Aber die Kunsthistoriker wollen in Düsseldorf die „Materialität des Heiligen“ aufspüren. Die gleichnamige Tagung des Instituts für Kunstgeschichte im Haus der Universität (Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf) lotet vom 3. bis zum 4. Juli 2015 die „Materialwahl, Materialwirkung und Materialbewertung in der christlichen Kunst des 20. Jahrhunderts“ aus. Es geht um Baustoffe, Raumkonzepte und Kunstwerke, die das „Andere“, die Transzendenz für den modernen Kirchenbesucher ein Stück näher rücken lassen sollten – so zumindest der Wille ihrer Gestalter.

Am ersten Konferenztag reichen die Themen von der Kirche Saint-Eugène in Paris über den Heiligkeitsbegriff im 20./21. Jahrhundert bis zu den „Sakralbauten“ von Josef Franke und der „Stofflichkeit“ bei Rudolf Schwarz sowie der Fenster- und Wandgestaltung im Kirchenbau des 20./21. Jahrhunderts. Am Samstag, den 4. Juli, drehen sich die Referate um die Rolle des Betons im Kirchenbau, das „Sakrale“ in der Künstlergruppe ZERO,  das „mysteriöse Licht“ im modernen Kirchenbau, Licht- und Videoinstallationen im kirchlichen Raum oder „Material als Inspiration“. (kb, 28.6.15)