Der Mathäser Filmpalast kann in München auf eine gute Tradition zurückblicken, denn hier – zwischen Stachus und Hauptbahnhof – stand das Vergnügen schon lange im Mittelpunkt. Das Mathäser Bier ist, wenn auch erst seit wenigen Jahren eine geschützte Marke, bereits im 16. Jahrhundert belegt. Es entwickelte sich eine Mischung aus Brauereien und Ausschänken, die im Zweiten Weltkrieg weitestgehend zerstört wurde. Bis 1957 entstand auf dem Areal die „Mathäser-Bierstadt“, die neben Gastronomie auch eine Einkaufspassage und den Mathäser Filmpalast umfasste.
Nach fast 40 Jahren stellte das Kino seinen Betrieb ein, wurde 1998 abgerissen und bis 2003 durch einen gläsernen Neubau ersetzt. Die Pläne dafür stammen von keinem Geringeren als dem Architekten Peter Lanz, der in München mit Großprojekten vom Olympia Restaurant Süd (1972) bis zum Mercedes-Benz Center (2003) seine Spuren hinterlassen hat. Im neuen Mathäser Filmpalast können 4.000 Menschen in 14 Sälen ein breites Kinoprogramm genießen. Eigentlich, denn die Tage für den Mathäser Filmpalast am Stachus scheinen gezählt: Die Presse berichtet von sehr konkreten Abrissplänen. Nur ungern möchte die Stadt auf diesen Anziehungspunkt verzichten. Stattdessen plant der Investor, der das Areal erworben hat, einen Neubau, genauer gesagt ein „multifunktionales Stadtquartier“. (kb, 15.2.26)

München, Mathäser Filmpalast (Bild: © Joerg Hempel Photodesign, CC BY SA 3.0, via wikimedia commons, 2008)

München, Mathäser Filmpalast (Bild: Richard Huber, CC BY SA 3.0, 2008)
