Mit „Matthäikirchhof – Wie weiter?“ hat das Netzwerk Baukultur Leipzig mit dem Leipziger Baubürgermeister Thomas Dienberg bereits im Jahr 2025 eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die eine öffentliche und breite Diskussion zur Zukunft des Areals auf dem historischen Matthäikirchhof am Rand der Leipziger Innenstadt ermöglichen und voranbringen soll. Historisch stand auf diesem Stadtplatz, wie es ein Gedenkstein anmahnt, bis 1948 die Matthäikirche. In der DDR, 1978 bis 1985, wurde ein Neubau für die berüchtigte MfS-Bezirksverwaltung Leipzig eingerichtet, der sich an die berühmte „Runde Ecke“ mit dem heutigen Museum anschließt. Obwohl seit Jahren für Verwaltung, Vereine und andere halböffentliche Einrichtungen genutzt, verschlechtert sich der Zustand des 70er Jahre-Baus und des zugehörigem öffentlichen Raums zusehends.
Da die zukünftige Nutzung des geschichtsträchtigen und durchaus unbequemen Erbes nicht einfach zu verhandeln ist, kommen HEUTE, am 12. März 2026, um 18 Uhr im Wilhelm-Leuschner-Saal der Stadtbibliothek erneut die großen Köpfe der Leipziger Stadtentwicklung zu einer öffentlichen Diskussionsrunde zusammen. Während 2025 noch das archäologische Erbe am Ort thematisiert wurde, steht nun die Zukunft im Fokus. Baubürgermeister Thomas Dienberg wird über die aktuellen Entwicklungen auf dem etwa 1,9 Hektar großen Areal berichten. Es wird dabei auch um die Bauherren der einzelnen Projekte gehen und um die Frage, wie die baukulturelle Qualität gesichert werden soll. Es kommentieren und denken mit: Prof. Dr.-Ing. Iris Reuther, Dr. Martha Doehler-Behzadi, sowie Prof. Dr. Arnold Bartetzky. Moderiert wird der Abend von Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Stadtplaner und früherer Stadtbaurat Leipzigs. (pk, 11.3.26)

Leipzig, Matthäikirchhof, MfS-Bezirksverwaltung Leipzig, 1978-1985 (Bild: Bettenburg, CC BY-SA 4.0, 2016)
