Leipzig, Sachsenplatz, 1980 (Bild: Dietmar Rabich, Wikimedia Commons, "Leipzig, Sachsenplatz -- 1980 -- 14", CC BY SA 4.0)

10 Jahre ohne: „Mein Leipzig lob‘ ich mir …“

Nach zehn Jahren Wartezeit soll es in diesem Herbst endlich soweit sein: Leipzig bekommt sein Wahrzeichen wieder! Das berühmte Goethe-Zitat, entnommen aus einem der Stadt nicht ganz so freundlich gesinnten Faust-Passus („Mein Leipzig lob‘ ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute“, gesprochen von einer dem geistlichen Getränk zugewandten Figur namens „Frosch“ im Auerbacher Keller), prangte seit 1967 über einem ostmodernen Wohnblock am Brühl. Gegenüber dem Hauptbahnhof wurden so, mit einem viersprachigen „Willkommen“, Gäste der Messestadt begrüßt.

2007 hatte man den Plattenbau abgerissen und an seine Stelle ein neues Einkaufszentrum gesetzt. Der denkmalgeschützte Schriftzug wurde zerlegt und ins Depot verbracht – mit ungewisser Zukunft. Jahrelang stritt man vor Gericht über die weitere Montage. Die Betreiber des angrenzenden Hotels hatten eine zu hohe „Lichtintensität“ gefürchtet, so dass die Eigentümer der „Brühl-Arkade“ (mit dem besagten Hotel) gegen den Wiederaufbau der Neonwerbung klagten. Erst vor wenigen Monaten einigten sie die neuen Besitzer mit der Stadt auf einen Kompromiss (die zum Hotel gewandte Seite wird um 22.00 Uhr ausgeschaltet). Nun muss die monumentale Lichtreklame noch restauriert werden, dann können sich die Gäste der Stadt mit einem – tourismusfähig umgedeuteten – Goethezitat gegrüßt fühlen. (kb, 19.8.17)

Leipzig, Sachsenplatz, 1980 (Bild: Dietmar Rabich, Wikimedia Commons, „Leipzig, Sachsenplatz — 1980 — 14″, CC BY SA 4.0)