Zwischen April und November 2025 fasste der Große Gemeinderat im schweizerischen Zug den Beschluss, den Bebauungsplan des sogenannten Metalli zu verändern. An der Stelle eines Industrieareals des späten 19. Jahrhunderts war bis 1987 eine postmoderne Anlage entstanden, die Nutzungen von Wohnung über Büro bis zum Einkaufen verband. Am bekanntesten ist das Metalli heute für seine glasüberwölbte Einkaufspassage. Mit den Plänen, diese postmoderne Schöpfung tiefgreifend zu verdichten, fürchten Architekturfreund:innen vor Ort um den Wert der Anlage. Daher formierte sich am 1. Dezember 2025 die Interessengemeinschaft IG-Metalli.ch. Ihr Ziel ist ein Referendum, um diese Form der Verdichtung zu stoppen.
Schon am 22. Dezember 2025 konnte die IG-Metalli.ch einen ersten Erfolg verzeichnen: Sie überreichte 975 Unterschriften an die Stadtverwaltung und nahm damit deutlich die Hürde von 500 Unterstützer:innen, um ein Quorum zu erzwingen. Die Argumente gegen die geplante Verdichtung setzen auf zwei Punkte: Zum einen sei das Metalli mehr als nur ein Einkaufszentrum, sondern ein lebendiges Quartier, ein Begegnungsort der Menschen mit demselben Existenzrecht wie die Zuger Altstadt. Zum anderen wird die architektonische und städtebauliche Qualität des Metalli betont, deren subtile Balance nicht durch Abrisse, verdichtende Eingriffe und einen achtstöckigen Neubau zerstören dürfe. Das entscheidende Referendum zur Zukunft des Metalli soll im Laufe diesen Jahres stattfinden. (kb, 8.1.26)

Zug, Metalli, Hafner Wiederkehr Partner, 1987 (Bild: Casia Medrala, via google-Maps, 2017)
