Michael Graves ist tot

Michael Graves, Teekessel, 1984 (Bild: Holger Ellgaard, CC BY-SA 3.0)
Michael Graves, Teekessel, 1984 (Bild: Holger Ellgaard, CC BY-SA 3.0)

Mit ziemlicher Sicherheit hielten Sie schon einmal einen „echten Graves“ in den Händen. Denn der 1934 in Indianapolis geborene Architekt entwarf zahlreiche Alltagsgegenstände – darunter u. a. der verbreitete Tekessel mit Vogel. Studiert hatte Michael Graves in Harvard und – ausgestattet mit dem renommierten Prix de Rome – in Italien. Wieder zurückgekehrt in die Staaten, übernahm Graves eine Professur in Princeton, die er mit verschiedenen Gastprofessoren von Oregon bis Houston verband.

Als Architekt zählte Graves – mit Peter Eisenman, Charles Gwathmey, John Hejduk und Richard Meier – zu den legendären „New York Five“, die sich 1969 für eine „reine“, weiße, an Le Corbusier orientierte Moderne aussprachen. In den 1980er Jahren wurden Graves Bauten verspielter, er näherte im Spiel der Formzitate der Postmoderne an. Zu seinen bekanntesten Bauten gehören das Portland Building (1982) in Oregon, seit 2011 unter Denkmalschutz gestellt, ebenso wie das Disney Land Resort in Paris. Getreu dem eigenen Anspruch, ein „humanistisches Design“ zu gestalten, gestaltete er u. a. für Alessi den berühmten Teekessel mit Vögelchen. Am 12. März 2015 verstarb Graves im Alter von 80 Jahren in Princeton. (kb, 23.3.15)