Auf dem langen Weg zur Rettung der Dresdner Robotron-Kantine ist im Februar 2026 ein Etappenziel erreicht worden: der Realisierungswettbewerb, den die Stadt Dresden für die Sanierung des Gebäudes ausgeschrieben hatte, ist zu einem Ergebnis gekommen. Das Architekturbüro Knerer und Lang Architekten (München/Dresden) will den Pavillon zu einem Kunst- und Kulturzentrum weiterbauen und damit zu einem Ort machen, der Impulse aussenden soll. Mittels Reparatur, Freilegung, Leichtbau, reversiblen Modulen und Low-Tech-Klimaarchitektur, das Büro spricht von „minimalinvasiver Transformation“, soll der Bau bald zu neuem Leben erweckt werden. Workshops, Performances, Ausstellungen, Veranstaltungen, Lernräume oder stille Arbeitssituationen können Platz finden. Eine mobile Mini-Kantine soll in Zukunft die Kantine mit dem Stadtraum verbinden können.
Erhalten werden sollen in jedem Fall der weit gespannte Dachraum, die Großzügigkeit des Saals, die Transparenz der Fassaden und die umlaufenden Wandelgänge. Dach, Fassade von Saal A und die Foyerfassade sollen dabei instandgesetzt, ihre ursprüngliche Struktur gesichert und ihre räumliche Wirksamkeit zurückgewonnen werden. Im Inneren wird durch Entfernung der nichttragenden Wände die Offenheit des Grundrisses betont und zugleich ein System aus leichten, flexiblen Elementen eingebaut, die als „Soft Infrastructure“, so das Büro, auf textile Raumteiler, mobile Wände und modulare Funktionsbausteine zwischen den Stützen setzt. Damit würde die Architektur der Kantine im Grunde einen klassisch modernen Gedanken wiederaufnehmen, der sich vom Gedanken des fertigen, definierten Raums löst und sich stattdessen den Anforderungen und Nutzungen stetig anpasst. Es bleibt mehr als minimal aufregend. (pk, 16.2.26)

KNERER UND LANG Architekten GmbH, Entwurf Sanierung Robotron-Kantine Dresden, Fassadenansicht (Quelle und Bildrechte: KNERER UND LANG Architekten GmbH, 2026)
