In Vorträgen und Beiträgen internationaler Expert*innen wird es am 28. und 29. November im Rathaus Berlin-Tempelhof um die Frage gehen, wie das städtebauliche, architektonische, kulturelle und gesellschaftliche Erbe der Moderne heute besser geschützt und produktiv gemacht werden kann und wie sich die Situation in einzelnen Ländern Zentraleuropas darstellt. Auf der Tagung „Modernism # Progressive Heritage“ werden Projekte und Ideale der Moderne des 20. Jahrhunderts in Bezug zu aktuellen politischen Tendenzen gesetzt, bei denen der Rückbau demokratischer und emanzipatorischer Werte verfolgt wird, die sich mit den Idealen und dem reformerischen Geist der Moderne verbanden. Solche antidemokratischen, rückwärtsgewandten politischen Agenden existieren fast überall in Europa. Das Anliegen der Tagung ist es, aus der Diskussion heraus länderübergreife Werte, Gefährdungszenarien und good-practice-Beispiele herauszuarbeiten sowie mögliche Kooperationen auf europäischer Ebene zu begründen und bestehende Synergien zu stärken. Ein Fokus liegt hierbei auch auf dem von der EU ausgegebenen „New Green Deal“ und einer höheren Wertschätzung von Bestandsbauten.
Konkret wird es etwa um soziale und kulturelle Nachnutzungen von Bauten der Nachkriegsmoderne und des Brutalismus in Europa gehen. Dazu passt der Ort der Konferenz, der nördliche Anbau des Rathauses in Berlin-Tempelhof – selbst ein Bau im brutalistischen Stil mit unklarer Zukunft. Die englischsprachige, länderübergreifende Konferenz bildet einen der Hochpunkte zum Abschluss der diesjährigen „Triennale der Moderne„, einem Festival zur Baukultur und Ideengeschichte der Moderne mit Programm in Dessau, Weimar und Berlin. Die Initiative umfasst 40 Partner*innen aus 15 Ländern und ist als offizielles Lab Teil des „New European Bauhaus“, firmiert dort als „ETOM NEB Lab“. Zu den Podiumsgästen am 28. und 29. November zählen unter anderem Riin Alatalu, Franziska Bollerey, Lenka Burgerová, Joerg Gleiter, Jörg Haspel, Thomas Flierl, Monika Kicová, Wolfgang Knöbl, Andrea Londakova sowie weitere ETOM NEB Lab-Partner*innen. Das Programm ist hier abrufbar.Die Konferenz wird von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Landesdenkmalamt Berlin gefördert, moderneREGIONAL ist Medienpartner. (db, 21.11.25)
Berliner Moderne-Beispiel: Walter-Gropius-Schule in Neukölln (Bild: Martin Zerr)

