Moskau: VDNcH wird saniert

Vor dem zentralen Pavillon der VDNcH begrüßt noch immer Lenin die Besucher (Bild: Voytek S)
Vor dem zentralen Pavillon der VDNcH begrüßt noch immer Lenin die Besucher (Bild: Voytek S)

Vystavka dostiženij narodnogo chozjajstva SSSR  –  dieses Wortungetüm, das die Moskauer mit der Abkürzung VDNcH bändigen, stand jahrzehntelang für die Weltausstellung des Sozialismus. Die „Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft der UdSSR“ versammelte seit ihrer Eröffnung 1939 Erzeugnisse aus allen Winkeln der Sowjetunion. Auf dem riesigen Gelände im Norden Moskaus stehen heute noch 32 Pavillons, die meisten im stalinistischem Zuckerbäckerstil. Die russische Regierung entschied sich für eine Sanierung.

Die VDNcH verstand sich als kultureller Mikrokosmos der UdSSR. Die Repräsentanzen der Teilrepubliken integrierten landestypischer Elemente. Der Brunnen „Völkerfreundschaft“ wurde ebenso zum Wahrzeichen wie die benachbarte Skulptur „Arbeiter und Kolchosbäuerin“. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hieß das Gelände einige Zeit „Allrussisches Ausstellungszentrum“, wurde zum Tummelplatz fliegender Händler. Die Verantwortung für den Erhalt schoben sich die sowjetischen Nachfolgestaaten gegenseitig zu. 2014 erhielt das Gelände seinen historischen Namen VDNcH  zurück. Nach der Sanierung soll es wieder an seine Tradition anknüpfen und nun die russische Wirtschaft repräsentieren. Geplant sind Pavillons für die Raumfahrtbehörde Roskosmos und die Energiekonzerne Gazprom und Rosneft. (jr, 29.10.14)