Tina Weber, Leere Innenansicht des Atomic Café, um 1999 © Tina Weber

Münchens dunkle Seite

Wer mit München nur Schickimicki und Oktoberfest verbindet, tut der süddeutschen Metropole mehr als Unrecht. Den Gegenbeweis treten aktuell gleich zwei Ausstellungen an: Die Präsentation „Nachts. Clubkultur in München“ im Münchner Stadtmuseum (St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München) wirft einen intensiven Blick auf die Subkultur der bayerischen Landeshauptstadt. Gezeigt werden ausgewählte Objekte, Installationen und Fotografien aus acht Jahrzehnten. Im Mittelpunkte stehen besondere Orte und Nächte, an denen sich die Clubszene als Kristallisationspunkt besonderer sozialer Entwicklungen erwies. Damit streifen die Ausstellungsmacher:innen die großen und kleinen Themen Gender, Sexualität und Gemeinschaft, Drogen, Rausch und Euphorie.

Angesichts der prekären Situation, in die eine ganze Szene durch die coronabedingten Einschränkungen gerade ist, droht vielen Clubs aktuell das Aus, die bereits in den 1980er und 1990er Jahren eine wichtige Rolle spielten. Da lohnt, parallel zum Besuch des Münchner Stadtmuseums, ein Blick in die Ausstellung „Pop, Punk, Politik“ im Monacensia im Hildebrandhaus (Maria-Theresia-Straße 23, 81675 München). Hier stehen die 1980er Jahre in der bayerischen Landeshauptstadt im Mittelpunkt. Gezeigt werden typische Fotografien und Objekte dieser Ära – wie Fanzines, Radiotexte, Songtexte und Lyrics, Manuskripte, Manifeste, Starschnitte u. v. m. Auch hier will man auf Trends und Merkmale der damaligen Subkultur hinweisen, die bis in die heutigen kulturellen Entwicklungen und gesellschaftlichen Diskurse hineinwirken. Beide Ausstellungen sind als Projekte über mehrere Monate hinweg angelegt: „Nachts“ ist zu sehen bis zum 1. Mai 2022, „Pop, Punk, Politik“ bis zum 31. Januar 2022. (kb, 24.8.21)

Tina Weber, Leere Innenansicht des Atomic Café, um 1999 (Bild: © Tina Weber)