Am 15. September 2025 findet um 18 Uhr im Kulturhaus Mestlin ein Gespräch über das Erbe der DDR in der Architektur statt. Eingeladen sind der Vorsitzende des Bundes Deutscher Architekten Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Jörg Kirchner vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege und Michael Bräuer, der ehemals als Architekt und Städtebauer in Rostock gewirkt hat. Das Kulturhaus Mestlin wurde in den Jahren 1952–57 nach Plänen der Architekten Erich Bentrup, Heinrich Handorf und Günter Kawan errichtet und bildete das Kernstück des sozialistischen Musterdorfes Mestlin. Seit 2011 gehört das Haus zu den Denkmalen von nationaler Bedeutung in Deutschland. Seit der Jahrtausendwende wurde es von verschiedenen Bürger:inneninitiativen und Vereinen mustergültig saniert und seit 2008 durch den Verein Denkmal Kultur Mestlin wieder regelmäßig für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Auch heute noch, obwohl dem Verein im Mai 2024 plötzlich der Pachtvertrag gekündigt worden war.
Bis 1989/90 war das Kulturhaus das kulturelle Zentrum des damals 700 Einwohner:innen zählenden Dorfes und seiner Umgebung. Über 50.000 Personen besuchten teilweise im Jahr die Veranstaltungen im Kulturhaus. Heute finden Kunstausstellungen statt, bis zum 14. September 2025 ist beispielsweise noch von Mittwoch bis Sonntag eine teilweise spendenfinanzierte Schau zum Werk der Künstlerin Takwe Kaenders zu sehen. Ein guter Ort, um nochmals über das architektonische Erbe der DDR zu sprechen. Zumal die Sichtbarkeit der DDR-Architektur in der dörflichen Landschaft weit geringer und weitaus weniger erforscht und medial vermittelt wird als das städtische Erbe der Epoche. Und eine gute Gelegenheit, das Kulturhaus zu besuchen. (pk, 6.9.25)

Mestlin, Kulturhaus, Architekten: Erich Bentrup, Heinrich Handorf und Günter Kawan, 1952–57 (Bild: Matthias Bethke, CC BY-SA 4.0)
