Nachkriegsarchitektur der Gegenwart

Das Besucherzentrum des Wildreservat Pamir-i-Buzurg in Afghanistan wurde nach Plänen von Anne Feenstra errichtet. (Bild: AFIR Architects, Anne Feenstra)
Das Besucherzentrum des Wildreservat Pamir-i-Buzurg in Afghanistan wurde nach Plänen von Anne Feenstra errichtet (Bild: AFIR Architects, Anne Feenstra)

Beim Schlagwort „friedensichernde Maßnahme“ denken sicher die wenigsten an Architektur. Dabei spielen Architekten und Städtebauer beim Friedens- und Aussöhnungsprozess in (bürger-)kriegszerütteten Ländern eine zentrale Rolle. Dem Wiederaufbau zerstörter Städte liegt eine potentiell integrative Rolle inne. Das Architekturmuseum in München widmet diesem Themenkomplex derzeit unter dem Titel „The Good Cause: Architecture of Peace – Divided Cities“ eine Ausstellung.

Die Schau ist in zwei thematische Bereiche untergliedert. Der eine beleuchtet unter der Überschrift „Architecture of Peace“ anhand von Fallstudien aus Afghanistan, Ruanda, Israel oder dem Kosovo, wie Architektur lokal erfolgreich zur Befriedung ehemaliger Krisenherde genutzt wurde. Der zweite, betitelt mit „Divided Cities“, befasst sich mit „erkalteten“, aber ungelösten Konflikten, welche sich in geteilten Städten wie Nikosia auf Zypern manifestieren. Die Ausstellung zeigt aktuelle Beispiele von Architekten und Städtebauern, die mit einzelnen, transnational ausgerichtete Projekten versuchen, die Teilung schrittweise aufzuheben. Sie ist noch bis zum 19. Oktober im Münchner Architekturmuseum zu sehen. (jr, 8.10.14)