Nachkriegsmoderne kein Welterbe?

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Die Planung der Berliner Stalinallee, der heutigen Karl-Marx-Allee, im Jahr 1952 (Bild: Bundesarchiv Nr. 183-17346-0009, Foto: H.-G. Quaschinsky)

Es war ein Zeichen der Wiedervereinigung – auch von Baukultur und Denkmalpflege – in Berlin, als sich die Karl-Marx-Allee und das Hansaviertel gemeinsam um den Welterbestatus bemühten. In den 1950er Jahren sollte die damalige Stalinalle im Osten der Stadt monumental die Errungenschaften eines sowjettreuen Sozialismus verkörpern. Dem setzte Westberlin 1957 das moderne grüne Hansaviertel mit prominenten Architekten von Alvar Aalto bis Walter Gropius entgegen.

Beide Baudenkmale schafften es gemeinsam – ebenso wie der Jüdische Friedhof Weißensee – auf die Liste des Senats Berlin. Nun wurde in einer Sitzung der deutschen Kultusminister entschieden, welche Objekte vom Bund als Weltulturerbe weitergetragen werden sollen. Die drei Berliner Vorschläge schafften es nicht in über diese letzte deutsche Hürde. Es fehle, so die beratende Expertenkommission, noch eine grundlegende Erforschung dieser beiden Viertel der Nachkriegsmoderne. Damit bleibt die Chance, sich für einen zweiten Anlauf neu aufzustellen. (kgb, 25.6.14)