Zugegeben, auch wenn wir das gern mal übersehen, bei Planetarien steht dann doch gesehen die Projektionstechnik im Vordergrund, nicht so unbedingt die Architektur und ihre Geschichte. Das Raumflugplanetarium „Juri Gagarin“ in Cottbus bedient beides sehr ordentlich. Beim Bau des Planetariums 1972–74 wurde der damals brandneue Sternprojektor „Spacemaster-Raumflugplanetarium“ installiert, den Carl Zeiss 1968 auf der Leipziger Frühjahrsmesse zum ersten Mal präsentierte hatte. Dort war er mit einer Goldmedaille ausgezeichnet worden und wurde später weltweit über 100 Mal verkauft. Das Besondere: der Projektor war gegenüber Vorgändermodellen in seiner Bewegung erweitert, sodass er den Weltraum nicht nur zeigen konnte, sondern Flugsimulationen möglich machte. Bei seiner Eröffnung am 26. April 1974 war es das erste Raumflugplanetarium in dieser Größe in der DDR, das zweite seiner Art in Europa und das siebte Planetarium der Welt.

Für den Entwurf des Gebäudes zeichnete der Architekt Gerhart Müller verantwortlich sowie Carl Zeiss, die die Kuppel projektiert haben. Gebaut haben dann zahlreiche Firmen und Freiwillige aus Cottbus, da es bei Baubeginn in den späten 1960er Jahren nicht genügend Baumaterial und Arbeitskräfte in der Region gegeben hatte. Der Spacemaster war bis zum Jahr 2012 in Betrieb. Von Januar bis Mitte Juni 2013 wurden das Gebäude und seine Technik modernisiert und der alte Projektor durch ein neues Hybrid-Projektionssystem vom Typ Chronos II – InSpace ersetzt. Diese Ganzkuppel-Videotechnik ist nun in die Jahre gekommen – etwas kurzlebiger als der Spacemaster – und soll durch eine Technik für moderne Laserprojektionen in 4K ersetzt werden, die das Planetariumserlebnis in neue Welten bringen wird und für die noch Spenden gesammelt werden. Doch aller Technik zum Trotz: ohne eine hübsche Kuppel ist wiederum auch kein Planetarium denkbar. Die Kuppel des Cottbusser Raumflugplanetarium hat einen Durchmesser von 12,5 m und bietet 91 Besuchern Platz unter seinem Sternendach. (pk, 15.1.26)

Cottbus, Raumflugplanetarium „Juri Gagarin“, Architekt: Gerhart Müller, 1972–74 (Bild: Sane, CC BY-SA 3.0, 2008)

Cottbus, Raumflugplanetarium „Juri Gagarin“, Architekt: Gerhart Müller, 1972–74 (Bild: Sane, CC BY-SA 3.0, 2008)

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