Hamburg-Jenfeld, Der Gute Hirte, 2011 (Bild: Ajepbah, CC BY SA 3.0)

„Nicht förderfähig“

Wer in der Schulzeit einen der unheilverheißenden „Blauen Briefe“ erhielt, kann sich vielleicht in die Situation einiger Pastorinnen und Pastoren in und um Hamburg in diesem Sommer hineinversetzen. Nachdem die Kirchenkreise Hamburg Ost und Hamburg West/Südholstein mehrere Monate ihren Baubestand gesichtet haben, sind 44 Kirchen durch das Raster der Förderfähigkeit gefallen. Konkret bedeutet diese Nachricht für die Gemeinden, dass der jeweilige Kirchenkreis den besagten Predigtstätten kein Geld mehr für den Bauunterhalt zuteilen wird. Propst Hans-Jürgen Buhl erklärte das Prozedere gegenüber dem Hamburger Abendblatt: „Wir als Kirchenkreis schließen keine Kirche. Dies kann nur die betreffende Gemeinde als Gesellschaft öffentlich-rechtlichen Rechts.“

Zu den 44 benannten Kirchenräumen zählen vorwiegend Bauten des 20. Jahrhunderts: von der Heilandskirche (1928, Emil Heynen, Ausstattung u. a. Richard Kuöhl) in Uhlenhorst über St. Michael (1955, Gerhard Langmaack, Ausstattung u. a. Claus Wallner) in Bergedorf bis zur Auferstehungskirche (1968, Friedhelm Grundmann) in Braak. Einige Gemeinden kämpfen öffentlich für eine „Umkategorisierung“, andere hoffen, die notwendigen Baumittel aus eigener Kraft auftreiben zu können. Die Gemeinde „Der Gute Hirte“ in Hamburg-Jenfeld erklärt dieser Tage auf ihrer Homepage: „Wir schließen noch lange nicht. Erst wenn es zu vielen einerlei oder egal ist.“ (kb, 9.6.17)

Hamburg-Jenfeld, Der Gute Hirte (1971, Horst Sandtmann/Friedhelm Grundmann) (Bild: Ajepbah, CC BY SA 3.0)