Zu Beginn des Jahres 2026 ist im Geymüller Verlag die vierte Ausgabe des Magazins halten erschienen, das die TU München unter der redaktionellen Leitung von Prof. Dr. Andreas Putz herausgibt. Zwei Mal im Jahr liefert der Lehrstuhl damit ein hochwertig gestaltetes, großformatiges Heft, in dem jeweils unterschiedliche Autor:innen „Beiträge zum neueren Bauerbe“ in den öffentlichen Diskurs einspeisen. Diese Ausgabe behandelt unter dem Titel „Lost Heroes – Socialist Modernism?“ die Ostmoderne in Europa und stellt diesen Begriff und das Thema selbst zugleich in Frage. Denn Europa und das, was die Moderne ausmache, steht, so der Herausgeber, aktuell zur Disposition und zwingt zur Reflexion. Dennoch erschien, nach mehrmaligem redaktionellen Umplanen, dieses Heft.
Es ist mitunter ein Anliegen dieser Ausgabe von halten, darauf hinzuweisen, dass die Architektur der Ostmoderne nicht allein auf die industrielle, staatliche Bauproduktion reduziert werden kann. Und zugleich wird die Thematik des umstrittenen, des unbequemen Denkmals und der heutige Umgang damit in den Mittelpunkt gerückt. Auf der Suche nach prägnanten Bauten fanden die Autor:innen Denkmale und Bauwerke aus dem ehemaligen Jugoslawien, Bulgarien, Kroatien, Russland, Usbekistan, China und Deutschland und stellen so ein reich und hervorragend bebildertes, klug recherchiertes und kuratiertes Stimmungs- und Geschichtsbild zusammen, das von der „Vielfalt im System“ ebenso erzählt wie von baugebundener Glaskunst und der Expo 58. Überraschend, vielfältig, lesenswert. (pk, 29.1.26)

