Nürnberg, Pellerhaus, 2004 (Bild: keichwa, GFDL oder CC BY SA 3.0)

„Komplett durchdacht und sehr sehr schön“

„Das ist alles komplett durchdacht und sehr sehr schön geworden und es ist heute noch sehr schön, was ja auch nicht jedes Gebäude behaupten kann“, so der Nürnberger Planungsreferent Daniel Ulrich gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR). Es geht um einen ebenso umschwärmten wie umstrittenen Bau: den vor 60 Jahren eingeweihten, heute denkmalgeschützten Archiv- und Bibliotheksbau von Fritz und Walter Mayer, besser bekannt als Wiederaufbau des Pellerhauses (Jakob Wolff der Ältere, 1605).

Am Renaissance-Innenhof wird bereits eifrig wiederhergestellt – da bliebe dann noch die Nachkriegsfassade, die bei einer Komplettrekonstruktion zerstört oder „transloziert“ werden müsste. Bis 2012 diente der Bau als Stadtbücherei, seitdem lagern hier Bestände des Deutschen Spielearchivs. Für die Zukunft plante der Stadtrat eigentlich eine Mischnutzung aus Spielearchiv, Graphischer Sammlung sowie Kinder- und Jugendhaus. Viel zu schade für diese zentrale Lage, meint Karl-Heinz-Enderle von den Altstadtfreunden: „Das Gebäude erfüllt überhaupt nicht seine Funktion“. Stattdessen bespielen die Altstadtfreunde den Innenhof bereits mit Konzerten und Lesungen. Für den Planungsreferenten Daniel Ulrich dreht sich die neuentflammte Debatte um eine Kernfrage: „Darf ich ein Baudenkmal abbrechen, um einen Neubau hinzustellen, der ausguckt wie ein Gebäude, das es seit 70 Jahren nicht mehr gibt?“ Der Stadtrat prüft gerade die Sachlage. (kb, 5.7.17)

Nürnberg, Pellerhaus, 2004 (Bild: keichwa, GFDL/CC BY SA 3.0)