Der Hamburger Cityhof in den 1950er Jahren

Nur die Kultursenatorin fehlte?

Nur die Kultursenatorin fehlte?

Der Hamburger Cityhof in den 1950er Jahren
Heiß diskutiert: der Hamburger Cityhof (R. Klophaus, 1957) (historische Abbildung, wohl ausgehende 1950er Jahre)

Ja, es geht wieder um den Hamburger Cityhof. Und ja, es lohnt einige neue Zeilen: Denn, wie heute das Hamburger Abendblatt meldet, habe sich Barbara Kisseler (parteilos), die Kultursenatorin der Hansestadt, zum drohenden Abriss des nachkriegsmodernen Hochhausensembles geäußert. Schon in der letzten Woche sorgte ihr Fehlen bei der entscheidenden Senatssitzung, die den Verkauf des Cityhofs an einen abrissgestimmten Investor bestätigte, für Spekulationen. Jetzt wird die Kultursenatorin nach „Abendblatt-Informationen“ zitiert, sie wollte „nicht die Prügel für etwas einstecken, was andere zu verantworten haben“. Gemeint seien Finanzsenator Peter Tschentscher und Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (beide SPD), gegen die sich Kisseler mit ihrer erhaltungsfreundlichen Position nicht habe durchsetzen können.

Der Streit um die Hochhausgruppe wurde (nicht nur) am vergangenen Donnerstag höchst emotional geführt: Die SPD-Vertreter sahen den Abriss als Chance, grüne Senatsmitglieder wiegelten ab (der Abriss sei damit noch nicht beschlossen) und alle übrigen Redner bewegten sich zwischen Regierungsschelte allgemein und Wertschätzung für das nachkriegsmoderne Baudenkmal im Besonderen. Vorschlag zur Güte: Liebes Hamburg, lass die vier verkannten Schönheiten stehen, mach sie denkmalverträglich wieder schick – und wir können uns hier wieder auf Katzenvideos und Plattenbaubastelsätze konzentrieren. Deal? (kb, 5.4.16)