Das große Glücksversprechen der Moderne – und damit auch der modernen Architektur – war auf Wachstum ausgelegt. Die Natur spielte dabei allzu oft eine untergeordnete, eher dienende Rolle – sie sollte ausdrücklich geformt, teils sogar ausgebeutet werden. Genau diese Perspektive stellt die Ausstellung „Is Nature Modern? Ecological Perspectives in the MAO Collection, 1930–1979“ auf den Kopf, indem sie nach der Rolle des ökologischen Denkens im Bauen und Gestalten zwischen 1930 und 1979 fragt. Die Sammlung des Museum of Architecture and Design (MAO) in Ljubljana bietet hier reiches Material zur Architektur- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts. Das MAO arbeitete für die Ausstellung zusammen mit der Stiftung Bauhaus Dessau und mit dem Museums für Zeitgenössische Kunst (MSU) in Zagreb.
In der Ausstellung soll kein chronologischer Durchgang durch die Architekturmoderne unternommen werden, stattdessen stehen Themen im Vordergrund: Baum, organische Strukturen, Architektur und Umwelt, Stadt als Organismus und ökologisches Wissen. Hier sehen die Ausstellungsmacher:innen etwa in der Architektur des sozialistischen Jugoslawien Anknüpfungspunkte, da hier mit lokalen Einflüssen oft auch eine Wertschätzung von Natur und Landschaft einherging. Solche historischen Perspektiven werden in der Ausstellung mit zeitgenössischen künstlerischen Werken ins Gespräch gebracht. Nicht zuletzt schlägt das Begleitprogramm den Bogen zu aktuellen Themen von Klimakrise bis Nachhaltigkeit. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Oktober 2026 in Ljubljana zu sehen im MAO – Museum of Architecture and Design (Grad Fužine, Pot na Fužine 2, 1000 Ljubljana). (kb, 22.8.26)

Brela, Hotel Maestral/Kroatien, 1965, Julije De Luca, Ante Rožić und Matija Salaj, historische Werbung (Bild: UdrugaKačić, CC BY SA 4.0, 2021)
