Seit Jahren kann man den beiden Siemens-Hochhäusern beim Sterben zusehen: Am Offenbacher Kaiserlei-Kreisel könnten sie prominenter nicht stehen. 1971 geplant, Mitte der 1970er Jahre fertiggestellt, beherbergten sie auf 20 bzw. 24 Stockwerken die Verwaltung der Siemens-Tochter Kraftwerk Union (KWU), die weltweit am Bau von Atomkraftwerken mitwirkte. Als KWU auf das französische Unternehmen Areva NP überging, reduzierte dies nach und nach die Niederlassung.
Das Ensemble ist schon seit Jahren, vornehm gesagt, in der Transformation begriffen. Ab 2004 standen die markanten Hochhäuser leer und waren Gegenstand verschiedenster Planungsphantasien unter klangvollen Namen wie „Vitopia Campus“ oder „NewFrankfurt Towers“. Mehrfach wechselten die Eigentümer:innen, mal lag die Abrissgenehmigung vor, mal wurde sie wieder aufgehoben. Im städtischen Masterplan „Offenbach 2023“ wird der Standort am Kaiserlei als Bindeglied zum nahen Frankfurt positioniert. Nun will hier die Wohnungsbaugesellschaft GBO rund 1.200 Wohnungen errichten, 350 davon für Studierende. Anfang April startete der Abriss, genauer gesagt: Die Bürotürme sollen geschossweise abgetragen und das Material vor Ort neu aufbereitet werden. (kb, 15.4.26)

Offenbach, Siemens-Hochhäuser, 2015 noch mit intakter Fassadengestaltung (Bild: Rupert Ganzer, via flickr, CC BY NC SA 2.0, 2015)

Offenbach, ehemalige Siemens-Hochhäuser am Kaiserlei (Bild: Asdrubal, CC BY SA 4.0, 2022)
