Dresden, Museumsbesucher (Foto: Richard Peters, Bild: Deutsche Fotothek, CC BY SA 3.0, um 1970)

Offener Brief: Bei der Kultur hört der Spaß auf

Politik sei sonst nicht seine Sache, so sinngemäß der Promitrompeter Till Brönner vor wenigen Wochen in einem vielbeachteten Videobeitrag zur Corona-Misere einer ganzen Branche. Aber auch Musiker und Co. seien ein Wirtschaftsfaktor und bräuchten – wenn viele davon ihren Beruf von Staats wegen gerade nicht ausüben dürften – drängend Unterstützung. Mit dem neuen Lockdown light hat sich die Situation nun weiter zugespitzt. Neben Kinos und Konzertstätten fielen z. B. auch die Museen in die Kategorie Freizeit und Vergnügen – und mussten damit schließen. Vorerst bis Ende Dezember.

Heute meldet sich der Verband Deutscher Kunsthistoriker (VDK) zur Sache – mit einer Stellungnahme. Natürlich müssten auch Kulturschaffende ihren Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten. Dennoch fiele es schwer, die „Dif­fe­ren­zierung zu verstehen, die zwischen dem Einzel­handel auf der einen und Mu­seen auf der ande­ren Seite vor­genom­men wurde.“ Denn, so der VDK, „Museen dürften zu den sicher­sten Orten über­haupt zählen.“ Schließlich habe man seit dem Frühjahr vorbildmäßig alle Hygienemaßnahmen umgesetzt. Als Bildungsorte, „Wissens­speicher und Archen“ seien Museen von gesamt­­gesell­schaft­licher Bedeutung. Daher erwarte man von der Regierung, diese Belange künftig stärker in die Überlegungen einzubeziehen – auch zum Schutz der festen wie freien Museumsmitarbeiter. (kb, 27.12.20)

Dresden, Museumsbesucher (Foto: Richard Peters, Bild: Deutsche Fotothek, CC BY SA 3.0, um 1970)