Seit 2009 steht es leer, aber aktuell nimmt die Diskussion in Osnabrück wieder eine neue Wende: Das ehemalige Kaufhaus am Neumarkt soll beräumt und das Areal überbaut werden. Dem Standort war bisher wenig dauerhafter Erfolg beschieden. Wo vorher die Branntweinbrennerei Gosling lag, hielt sich die Warenhauskette Hertie hier ab 1963 nur 23 Jahre. Dabei konnte der Rasterfassadenbau mit schönen Details aufwarten, darunter ein Parkplatz auf dem Dach oder eine – vom Kaufhausbetreiber selbst finanzierte – Verlängerung des Fußgänger:innentunnels.
Nach einem postmodernen Makeover der 1980er Jahre zogen in den Bau neue Filialen großer Ketten ein, von zunächst Wöhrl bis zuletzt Ypso. Seit 2009 steht die Anlage nun leer und erarbeitete sich einen Ruf als Lost Place. Tatsächlich geht es um das gesamte Neumarkt-Quartier, das sei Jahren ins Abseits geraten ist. An der Stelle des Warenhauses (und angrenzender Bauten) sollen die Johannishöfe entstehen, ein Projekt mit Laden- und Büroflächen sowie innerstädtischem Wohnraum. In den konkreten Planungen scheint das Schicksal des ehemaligen Hertie unklar – im Modell ist es teils noch zu sehen, gesprochen wird aber mehr von Abriss. Vor diesem Hintergrund forderte jetzt die Gruppe FDP/UWG im Stadtrat den sofortigen Abbruch des ehemaligen Hertie. Man müsse das veraltete und sanierungsbedürftige Gebäude beseitigen und damit städtebaulicher Spielraum schaffen. (kb, 13.8.25)

Osnabrück, Ypso (Bild: youtube-Still)
