Hellerau, Möbelfabrik, Stuhlpresse, 1951 (Bild: Bundesarchiv Bild Nr. Bild 183-12500-0004, CC BY SA 3.0, Foto: Peter Heinz Junge)

Ostmoderne – Westmoderne

Neben der West- gab es auch eine Ostmoderne, oder umgekehrt – so die These des Designtheoretikers Walter Scheiffele. In seiner neuen Publikation, frisch erschienen bei Spectator Books, zeichnet er das Wechselspiel zwischen beiden nach: am Beispiel der Möbel, die seit Werkbundzeiten in den Deutschen Werkstätten Hellerau gebaut wurden. Künstler wie Mart Stam, Selman Selmanagic oder Franz Ehrlich gaben hier schon früh Impulse, die von der Möbelgestaltung bis zum Städtebau lange weiterwirken sollten.

Nach Kriegsende avancierten die Deutschen Werkstätten zum führenden Möbelhersteller der DDR, der die Möbelprogramme von Selmanagic und Ehrlich in Serie produzierte. In der BRD gelangten zeitgleich das Typenmöbelprogramm M 125 von Hans Gugelot und das INwand-System von Herbert Hirche in die Wohnzimmer. In der Ostmoderne, in Hellerau wiederum führte Rudolf Horn das Möbeldesign mit seinem MDW-Montagemöbelsystem die Möbelgestaltung zu einem neuen Höhepunkt. Am 1. Oktober findet im Zentrum für Baukultur Sachsen (Schloßstraße 2, Dresden) um 19 Uhr eine Buchvorstellung statt. (kb, 1.10.19)

Scheiffele, Walter, Ostmoderne – Westmoderne, Spectator Books, Leipzig 2019, 382 Seiten, fadengehefteter Festeinband, 21,7 x 27 cm, ISBN: 9783959053266.

Hellerau, Möbelfabrik, Stuhlpresse, 1951 (Bild: Bundesarchiv Bild 183-12500-0004, CC BY SA 3.0, Foto: Peter Heinz Junge)