Erfurt, Gästehaus

von Dina Dorothea Falbe (18/1)

Als ich die alte Parteischule in Erfurt zum ersten Mal besuchte, fühlte ich mich wie in meine Kindheit zurückversetzt. Langsam stieg ich die flachen, breiten Stufen hinab, gepflastert mit zerbrochenen kleinen Betonplatten, die zum Teil von hellem Gras überwuchert sind. Ich ging vorbei an Becken, die einmal mit Wasser gefüllt waren, auf das schwebende Volumen mit den blauen Kacheln zu. Darunter  die gläserne Eingangsfront mit schlanken Aluminiumprofilen, links eine Gartenmauer aus Betonformsteinen. Rechts überragt eine Kiefer das flache Verbindungsgebäude, an dessen Ende sich das Internatshochhaus befindet – ein klassischer „Plattenbau“ mit abblätterndem weißen Anstrich. Dort kann man übernachten.

Magische Kindheit

Auf Facebook schreibt jemand eine Bewertung zur Alten Parteischule: „Perfekt – Der morbide Charme des Verfalls!“ Diese Beschreibung hätte ich selbst nicht gewählt, muss mir aber eingestehen, dass sie irgendwie zu den Kindheitserfahrungen passt, die ich in einem kleinen Ort an der Ostsee machte, nachdem meine Eltern mit mir aus der westdeutschen Großstadt dort hingezogen waren. Über den zumeist unbefestigten Straßen wehten an heißen Sommertagen Sandwolken, durch die ich barfuß und mit dem Handtuch über der Schulter zum Strand ging, vorbei an bunt angestrichenen Metallzäunen und den zerbrochenen und von hellem Gras überwachsenen Betonplatten, die damals in dem Dorf Gehwege markierten und vor der Erfurter Parteischule noch heute zu finden sind. Der Zauber verlassener Häuser zog uns Kinder in seinen Bann, es war ein bisschen unheimlich sie zu erkunden, vermittelte aber ein starkes Gefühl von Freiheit. Ich verstand damals nicht, warum manche Mitschüler in den verlassenen Bungalowsiedlungen Möbel kaputt schlugen. Die waren doch alle noch gut erhalten.

Im Unterschied zu den erwähnten Bungalows überstand die Parteischule in Erfurt die Wendezeit unzerstört, und ist auch in der Folge weder abgerissen, noch kaputtsaniert worden. Trotz des „morbiden Charmes“ ist die bemerkenswert gut erhaltene Substanz aus den 1970er Jahren bis heute weitgehend nutzbar und in Gebrauch. Um die Instandhaltung kümmert sich der Hausmeister Manfred Rommeiß seit den 1980er Jahren. Er hat Parteischüler gekannt, die mit ihrem Aufenthalt im „Roten Kloster“ ihre Karriere voranbringen wollten und Zusammenkünfte der Mächtigen belauscht, die noch kurz vor dem Zusammenbruch an „ihre Fatamorgana geglaubt“ hätten, wie Rommeiß sich ausdrückt. Der Hausmeister legte ein umfangreiches Ersatzteillager an. So gelang es ihm über Jahrzehnte, den funktionstüchtigen Originalzustand des Gebäudekomplexes am Erfurter Stadtrand zu erhalten.

Das „Rote Kloster“

Zunächst war die ehemalige Bezirksparteischule der SED an das Thüringer Bildungsministerium übergegangen, in den Nuller Jahren wurde ein Käufer gesucht. Ein Shoppingcenter wäre vermutlich an diesem Standort profitabler gewesen, doch 2008 erhielt die Parteischule Denkmalstatus. Tatsächlich fand sich ein privater Käufer, der die Parteischule erhalten und pragmatisch weiternutzen wollte. Die repräsentative, blau verkleidete Kiste – als Stahlskelettbau hebt sie sich auch konstruktiv vom eher standardisierten Rest ab – enthält ein reich verziertes Foyer und das große, geschichtsträchtige Auditorium, in dem einst der Kosmonaut Sigmund Jähn zu den Parteischülern gesprochen hat. An Jähns Stelle stehen heute Politikprofessoren auf der Bühne, oder Referenten verschiedener Tagungen, wenn die Parteischule nicht gerade als Kulisse für einen DDR-Film dient. Das ehemalige Internatshochhaus ist heute Gästehaus, die Großküche ist vermietet und im ehemaligen Speisesaal finden Rockkonzerte statt. Die vielseitigen Umnutzungen erlauben eine Umdeutung, eine Ent-Ideologisierung des Gebäudekomplexes, der ursprünglich der Machtsicherung der SED diente. Das ehemalige „Rote Kloster“, indem sich die SED-Elite abschottete, ist heute frei zugänglich und für jeden nutzbar.

Warum hier übernachten?

Warum sollte ich aber nun in dem Gästehaus eine Nacht verbringen? In dem schmalen Bett versinke ich sofort, wenn ich versuche, mich darauf zu platzieren. Ich denke zurück an das Kinderzimmer meiner Grundschulfreundin, in dem ein solches Bett stand. Ich fand es schon damals unbequem. Trotzdem habe ich die Abende mit ihrer Familie genossen. Es gab selbst geerntete Kirschen und die Nachbarn kamen oft vorbei.

Der Aufenthalt in der Alten Parteischule ist in mehrerlei Hinsicht authentisch. Wenn ich jemanden nach irgendetwas frage, bekomme ich zunächst eine unfreundliche Antwort, freue mich dann aber umso mehr, wenn ich meinem Gegenüber dann durch Freundlichkeit und Verständnis einen Gefallen abringen konnte. Als Kind hatte ich große Angst vor solchen Begegnungen, weil ich die Menschen um mich herum oft nicht verstand. Eine ähnliche Unsicherheit spüre ich auch jetzt noch, vielleicht wird eine vergessen geglaubte Erinnerung wach. Die jahrzehntealten Materialien können ihr Alter nicht mehr verbergen, doch in meinen Augen sind sie so perfekt, wie nur etwas sein kann, mit dem man die vielleicht schönste Zeit seines Lebens verbindet.

Widersprüchlichkeiten

Die goldene Heizkörperverkleidung, die vielen kleinen Lampen in der Decke des Foyers und viele weitere Details lassen die Parteischule opulent wirken im Vergleich zu den Gebäuden meiner Kindheit. Doch diese Oppulenz ist nur aufgesetzt, wie die Bemalung am Internatsgebäude, vom Denkmalpfleger Mark Escherich als „Nobilitierungsversuche“ bezeichnet, die der „Standardplatte“ den Schein des Besonderen geben sollten. Mit dem System der Parteischulen wollte sich die SED die ideologische Vormachtstellung in der DDR-Gesellschaft sichern. Das Parteischulgebäude scheint dies als gescheiterten Versuch zu entlarven, spätestens dann, wenn die Zeit die dünne Goldfarbe abwäscht. Ein bisschen unheimlich wird mir dennoch, wenn ich durch die Räume streife und über die Intentionen der Planer sinniere. Ging die unheimliche Stimmung in meiner Kindheit von den verlassenen Häusern aus, oder von einer sozialen Umgebung, in der gesellschaftliche Machtstrukturen plötzlich auch im Alltag neu verhandelt werden mussten?

Ich bin allen Akteuren, die zur Erhaltung der Parteischule bis heute beigetragen haben, dankbar für das nostalgische Erlebnis, dass das Gebäude mir persönlich bietet. Noch dankbarer bin ich dafür, dass die Parteischule auch vielen anderen Mitgliedern dieser, unserer Gesellschaft, mit anderen Erfahrungshintergründen die Möglichkeit bietet, über die Prozesse des Umbruchs emotional, aber auch rational zu reflektieren. Die Parteischule dient als Denkmal für etwas, das war, als Mahnmal für etwas, das nie wieder sein soll, aber auch als Symbol dafür, dass eine gemeinsame Zukunft möglich ist, in die wir unsere Vergangenheit und unsere persönlichen Geschichten ganz selbstverständlich mitnehmen, so widersprüchlich diese rückblickend auch sein mögen.

Zum Weiterlesen

Falbe, Dina Dorothea Falbe und Christopher (Hg.), Architekturen des Gebrauchs. Die Moderne beider deutscher Staaten 1960-1979, Verlag Mbooks, Weimar September 2017, 236 Seiten, Hardcover.

Erfurt, Alte Parteischule (Bild: Christopher Falbe)

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Winter 18: Im Hotel

Portugal, Hotel Arribas

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Chrstina Gräwe an einem ikonischen Wim-Wenders-Drehort.

Erfurt, Gästehaus

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Dina Dorothea Falbe besucht das „Rote Kloster“.

Costa Brava, Hotel Parador de Aiguablava

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Jerusalem, Beit Belgiyah

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Costa Brava, Hotel Parador de Aiguablava

von Uta Winterhager (18/1)

Ich erinnere mich an den Morgen, als ich nach einer Nacht mit Regen, Sturm und wilden Wellen die Vorhänge aufzog und alles war anders. Grau und müde war der Himmel, der am Tag vorher noch so strahlen blau gewesen ist, grau und zornig das Meer, das heute gar nicht mehr zum Baden einladen wollte. Im ganzen Hotel war es plötzlich so still geworden, nur wenige und nur sehr langsame Schritte waren noch auf dem Flur zu hören. Im Frühstückssaal konnten wir uns zum ersten Mal seit unserer Ankunft vor zwei Tagen einen Tisch aussuchen – endlich einen direkt am Fenster, denn die wenigen Gäste, die noch da waren, bevorzugten kurze Wege zum Buffet. Es muss der 13. Oktober gewesen sein, denn der 12., so erfuhren wir dann, ist spanischer Nationalfeiertag. Daher also die vielen Familien, die hier über das verlängerte Wochenende mit Kindern, Eltern und Großeltern, gegessen und gefeiert hatten. Hätte man wissen und bedenken können, doch der Wetterwechsel nach dem Feiertag kam ohne Ankündigung. Während die Sonne im Kampf mit den Wolken unterlag, aßen wir die Reste vom Fest mit der Nachhut, die den Eindruck machte, als hätte sie dem Hotel seit seiner Eröffnung 1966 in guten wie in schlechten Tagen die Treue gehalten – als seien sie gemeinsam alt geworden.

Von Pinien umsäumt

Doch 50 Jahre sind in der Architekturgeschichte kein Alter, insbesondere die Vertreter der Nachkriegsmoderne stehen – sofern sie geschätzt und gepflegt wurden – heute noch meist gut da. So sitzt das Hotel Parador de Aiguablava nach fünf Jahrzehnten Betrieb immer noch mit einem gewissen trotzigen Understatement auf der felsigen Landzunge, die sich etwa 150 Kilometer nördlich von Barcelona in der Nähe des Örtchens Begur ins Meer hinausstreckt. Zu Füßen des Hotels liegt eine Bucht umsäumt von Pinien, ein kleiner Sandstrand, türkisfarbenes Wasser, ein Fischrestaurant und ein Tauchschulenkiosk. All das ist so malerisch, dass es fast weh tut. Das Hotel darüber ist ganz anders, eine strahlend weiße, langgestreckte additive Struktur, dreigeschossig mit betonten Mittelachsen. Großartig, jubeln da die Freunde des Rationalismus, besser hätte man den Bau kaum platzieren können.

Position und Haltung

Die Landzunge von Aiguablava qualifizierte sich Mitte der 60er Jahre mit der Aussicht auf das Meer zu drei Seiten und als touristisches Niemandsland als Standort für einen Bau der staatlichen Hotelkette „Paradores de Turismo de España“. Mit dem Neubau des Hotels wurde der katalanische Architekt Raimon Duran i Reynals (Barcelona, 1895-1966) beauftragt. Literatur über ihn ist nur spärlich zu finden, seine Handschrift nicht eindeutig. Dies mag auch der Tatsache zuzuschreiben sein, dass ihm als Mitglied der 1930 gegründeten Gruppe GATCPAC (Grup d’Arquitectes i Tècnics Catalans per al Progrés de l’Arquitectura Contemporània), die sozusagen den katalanischen Arm der C.I.A.M. bildete, in den ersten Jahren das Franco-Regimes eine moderne Ausrichtung untersagt war. Erst in den 50er Jahren ließ die politische Einflussnahme auf die Architektur wieder nach. Dennoch bleibt die rigoros moderne Architektur des Paradors in Aiguablava eine Ausnahme, sowohl in diesem Teil Kataloniens, im Werk des Architekten als auch unter den Paradores, denn lieber schmückt sich die Kette heute mit Unterkünften in historischen Klöstern und Adelssitzen. So spricht aus der Konsequenz mit der Duran i Reynals das Hotel geplant hat, sicher auch der trotzige Wille sich zu behaupten.

Wer das Hotel besuchen möchte, sieht es schon aus der Ferne, doch die strenge und funktionalistische Struktur könnte vielem dienen – auch militärischen Zwecken, für ein Luxushotel spricht nur die Lage. Den Ankommenden gegenüber macht sich der 85 Meter lange Bau klein und zeigt seine schmale Stirnseite. Strahlend weiß ist die Fassade, glatt durch den Verzicht auf Attika und Laibungen. Wer hier vor der Kulisse des Meeres an einen Dampfer denkt, der sieht in dem auskragenden Obergeschoss eine Kommandobrücke und findet Bestätigung in der filigranen weiß lackierten Außentreppe und der Reling auf dem Dach.

Funktion und Dekor

Mit dem eingerückten Erdgeschoss, dessen Last die filigranen Stützen an den langen Seiten die Last der Obergeschosse kaum zu tragen vermögen, greift Duran i Reynals ein klassisches Element der Moderne auf und lässt die Masse schweben. Er nutzt den Moment des Erstaunens und fängt die Auskragung mit zwei Wandscheiben ab, die er wie ein Spalier vor dem Haupteingang platziert. Große abstrakte Reliefs zieren sie wie Banderolen rundum und konterkarieren den zur Schau gestellten Funktionalismus des Baukörpers. Der Erdgeschossgrundriss bildet ein Kontinuum aus Empfang, Lounge, Lesesaal und Bar, gegliedert allein durch Nievauversprünge. Das vor Kopf liegende Restaurant gibt die Laufrichtung vor und wird mit dem Blick über den Pool und die Doppelspitze der Landzunge allem Understatement zum Trotz zum Höhepunkt stilisiert.

Licht und Material

Schmuck setze Duran i Reynals nur im Erdgeschoss und dort auch so gezielt ein, dass er – wie die Reliefs am Eingang – als integraler Teil der Architektur erscheint. Das Mobiliar, 2015 schon etwas gemischt, zeigte, dass in guten Zeiten offenbar auch in gute Möbel investiert wurde: Die Barcelona-Chairs haben überlebt. Das zentrale Treppenhaus inszenierte er mit dem simplen Zusammenspiel von Licht und Material. Es steht frei in einem Kiesbett und wird von einer Wandscheibe mit bunten Glaseinschlüssen flankiert, die je nach Lichteinfall leuchtet, flimmert oder bloß scheint. Die Terrasse auf der langen Südwestseite, deren kontrolliert organischen Formen sowie der Natursteinbelag sind auf eine ganz andere Weise zeittypisch und deutlich gefälliger. So bilden sie einen deutlichen Kontrast nicht nur zur Strenge des Hauses, sondern auch zu der Natur, die direkt hinter der Balustrade steil und schroff ist.

Gar nicht fließend, dafür sehr pragmatisch, ist die Ordnung der Zimmer rechts und links der Flure in den beiden Obergeschossen. Die 78 Zimmer und Badezimmer waren 2015 waren teilweise noch mit den schlichten Originalmöbeln ausgestattet, doch jeder Raum ist maximal geöffnet, um den Blick direkt über den Balkon auf das Meer zu lenken. Oh, Zauberberg!

Modern, nicht zeitgemäß

Alles, was wir damals sahen, war echt und nicht wie in vielen Hotels nur die Kulisse eines schönen Scheins, den man sich als Gast teuer erkauft hat. Und genau dieser bis auf die Spitze getriebene Purismus, der Verzicht und die Strenge, die plötzlich von etwas unerwartet Schönem, Buntem wie der beeindruckenden Aussicht aufgebrochen wird, machten den Reiz des Gebäudes aus, machen es zu einem außergewöhnlichen Ort. Doch das Parador d‘Aiguablava war weit entfernt von jenem Luxus, der mit Sternen bewertet wird, der üppig und übergriffig daherkommt, sodass es das Hotel in den letzten Jahren schwer hatte, sich am Markt zu behaupten.

Am Scheideweg

Schon bei unserem Besuch 2015 stand es am Scheideweg, will es mithalten im Kampf um die Sterne oder bleibt es sich selbst treu? In den 90er Jahren wurden die vier auf dem Dach gelegenen Suiten ausgebaut, an einigen Stellen sah man eher unentschlossene Renovierungsversuche. Vollkommen unverzeihlich war jedoch die billige Monobloc Bestuhlung auf dem Balkon, die hier wirklich keinen Kultstatus genießt. Wirtschaftliche Schwierigkeiten ließen die Paradores überlegen, einige ihrer Häuser zu schließen oder nur noch halbjährlich zu öffnen. Das Haus in Aiguablava wird nun von GCA Architects (Barcelona) für gut 10 Millionen Euro umgebaut und bleibt noch bis zum Sommer geschlossen. Viel wird in die Haustechnik, den Spa- und Fitnessbereich investiert, neue Materialien sollen das Design der Räume und die Fassade komplett verändern. Die charakteristischen Ecken und Kanten werden damit geschliffen, das versprechen die Visualisierungen, denn es geht ja um das Überleben des Hauses, das mit bekannten Bildern deutlich mehr Gäste anlocken wird, als in seiner puristischen Reinform. So hatte dieses Nachsaison-Gefühl, das unseren Besuch in Aiguablava plötzlich überschattete, noch eine viel weitreichendere Bedeutung, als wir damals annahmen.

 Titelmotiv: Parador de Aiguablava: Heute kein Luxus mehr, aber Original, das Telefon griffbereit an der Toilette (Foto: Uta Winterhager)

Kurzinfo zu Hotel und Hotelkette

Das Parador de Aiguablava ist eines von über 90 Häusern der spanischen Hotelkette Paradores de Turismo de España. Seit 1991 ist sie eine Aktiengesellschaft in staatlichem Eigentum mit der Generaldirektion für spanische Kulturgüter als einzigem Aktionär.  Diese inzwischen durchaus kritisch betrachtete Konstellation liegt in der Geschichte der Paradores begründet, mit denen – so regte es die Regierung schon 1910 an – Wanderern eine Unterkunft geboten und das Bild Spaniens im Ausland verbessert werden sollte. 1928 eröffnete das erste Hotel in der Sierra de Gredos, sein Erfolg motivierte zum Ausbau des Konzeptes an weiteren Standorten. Nach einem Boom in den 60er Jahren und etlichen Krisen in den folgenden Jahrzehnten gehören nun 97 Häuser zur Paradores-Kette: 45 davon befinden sich in außergewöhnlichen historischen Gebäuden mit dem Ziel das nationale Erbe zu erhalten, 24 in attraktiven Städten und 28 sind landschaftlich besonders schön gelegen, häufig auch mit dem Hintergedanken in touristisch wenig erschlossenen Gebieten als Vorreiter aufzutreten.

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