FACHBEITRAG: Opas Heilbad ist tot!

von Oliver Sukrow (22/2)

Wer heute an Kurorte denkt, sieht vor dem inneren Auge prächtige Trinkhallen, und luxuriöse Hotels der Belle Époque in Wiesbaden oder Karlovy Vary. Als ‘playgrounds’ der Eliten blieben die Kurorte im 19. Jahrhundert eingebunden in allerlei Transformationsprozesse, kurz: Sie waren Orte der Moderne. Ihre herausragende Stellung spiegelte sich auch in ihrer Urbanistik und Landschaftsarchitektur wider, die bis heute vom harten Wettbewerb um das internationale Kurpublikum zeugen. Kaum beachtet wird aber, dass diese Baugeschichte nicht 1918 endet. Vielmehr findet sich hier die Vielfalt baulich-funktionaler Lösungen von der klassischen Moderne über die Zwischenkriegszeit bis zur Postmoderne. Der folgende Beitrag stellt einige ausgewählte Beispiele der Neu- und Umbauten von Gesundheitsarchitekturen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor, die nach 1945 entstanden und heute zumeist in Vergessenheit geraten, abgerissen worden oder von Zerstörung bedroht sind.

Bad Wildbad, Neue Trinkhalle, Otto Kuhn und Reinhold Schuler, 1933-1934 (Bild: © Zentralinstitut für Kunstgeschichte München, Fotothek)

Bad Wildbad, Neue Trinkhalle, Otto Kuhn und Reinhold Schuler, 1933–1934 (Bild: © Zentralinstitut für Kunstgeschichte München, Fotothek)

Moderne Kurorte ohne Lobby

Angesichts einer nostalgischen, an touristischer Vermarktung orientierten Rückschau auf die Blütezeit der europäischen Kurorte wird oft vergessen, dass etliche Großprojekte erst im Laufe des 20. Jahrhunderts umgesetzt wurden – etwa die Trinkhalle in Bad Wildbad (Otto Kuhn und Reinhold Schuler, 19331934) oder die modernistischen Kuranlagen im mährischen Luhačovice („Neue Kolonnade“ und Vincentka-Quelle, Oskar Poříska, 19461952). Erst unlängst geriet diese kaum beachtete Epoche noch einmal kurz in das Blickfeld der Denkmalpflege, als 2019 trotz breiter Proteste der Abriss der Kuranlagen von Bad Neuenahr (Hermann Weiser, 19331938) genehmigt wurde.

Bezeichnenderweise werden die Kurortarchitektur und das 19. Jahrhundert nicht nur im kulturellen Gedächtnis gleichgesetzt, sondern auch in der ‘heritage community’: Als 2021 die „Great Spas of Europe“ in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen worden sind, wurde deutlich, dass (im Moment) nur jene Epoche und dessen bauliche Erzeugnisse ‘welterbewürdig’ sind. Die Geschichte der Kurorte im 20. Jahrhundert ist und bleibt deswegen ein vernachlässigtes Kapitel der Architekturgeschichtsschreibung. Wenn also bereits die modernistischen Kuranlagen aus den 1930er und 1940er Jahren weitgehend unbekannt geblieben sind, so gilt dies in umso stärkeren Maßen für jene therapeutische Infrastruktur, die in den 1960er und 1970er Jahren für den letzten großen Bauboom in den Kurorten sorgte. Diese Epoche hat weder eine Lobby, noch wird sie gegenwärtig als Chance für die Zukunft der Kurorte angesehen. Vielerorts werden ihre Überreste vernachlässigt und abgerissen.

Luhačovice, Vincentka-Quelle, Trinkhalle, Oskar Poříska, 1946–1952 (Bild: © Wikipedia Commons)

Luhačovice, Vincentka-Quelle, Trinkhalle, Oskar Poříska, 1946–1952 (Bild: Luhačovice 2021, CC0 1.0, 2021)

Die Schweizer „Bäder-Erneuerung“

Im Unterschied zu den meisten mittel- und osteuropäischen Kurorten hatten die Heilbäder der Schweiz nach 1945 nicht unter Kriegszerstörungen zu leiden. Vielmehr wurde bereits in den 1940er Jahren eine „generelle Planung einer schweizerischen Bäder-Erneuerung“ angeregt. Hier tat sich der Zürcher Architekt und Planer Armin Meili (18921981) hervor. In seinem Buch „Bauliche Sanierung von Hotels und Kurorten“ (1945) argumentierte er, dass die Kurorte in der Schweiz mittels staatlicher Subventionen systematisch und großzügig modernisiert werden müssten. Jedem Heilbad sollten dafür zwei bis drei Architekten zugeteilt werden, die das Projekt mit den Behörden vorantreiben sollten. Meilis Konzept nahm die Entwicklungen außerhalb der Schweiz um Jahrzehnte vorweg. Damit stand die Bauaufgabe ‘Kurort’ in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr wohl auf der Agenda. Als Teil der Regionalplanung sollte die schweizerische „Bäder-Erneuerung“ den Binnentourismus ankurbeln und die Bauwirtschaft stärken.

Drei Jahrzehnte nach Meili legte der ebenfalls in Zürich wirkende Architekt Otto Glaus (19141996) eine umfassende Arbeit über „Planen und Bauen moderner Heilbäder“ (1975) vor. Darin sprach er von einer „offene[n], verglaste[n] Halle und Korridore[n], die den Ausblick in die Natur voll freigeben“ und so der „heutigen Lebensform“ entgegenkommen. Mitunter sind die hier von Glaus vorgestellten Kurbauten der 1950er bis 1970er Jahre noch erhalten, viele wurden aber inzwischen abgerissen oder umgestaltet. Mit den jüngsten Verlusten setzt sich eine Tradition fort, die bereits die historistischen Kurbauten des 19. Jahrhunderts in der Nachkriegszeit getroffen hatte. Auch diese wurden Neubauten geopfert, beispielsweise die Alte Trinkhalle Bad Wildbad (18781959), das Alte Kurhaus (19501953) und sein Nachfolger in Bad Homburg vor der Höhe (19821984, Architektengemeinschaft Fischer-Glaser-Kretschmer) oder die Wandelhalle in Badenweiler (1853), die 1972 bei der Errichtung des neuen Kurhauses (19701972, Klaus Humpert/Staatliches Hochbauamt Freiburg im Breisgau) transloziert wurde.

Baden/Aargau, Thermalschwimmbad, Otto Glaus, 1963–1969, abgerissen 2017 (Foto: Comet Photo AG, Zürich, 1969, Bild: © ETH-Bibliothek Zürich, Com_M18-0023-0002-0009, CC BY-SA 4.0.)

Baden/Aargau, Thermalschwimmbad, Otto Glaus, 1963–1969, abgerissen 2017 (Foto: Comet Photo AG, Zürich, 1969, Bild: © ETH-Bibliothek Zürich, Com_M18-0023-0002-0009, CC BY-SA 4.0)

Neubauten in der Schweiz

Glaus wirkte auch bei zahlreichen Neubauten in Kurorten mit. In Baden/Aargau standen in den 1960er Jahren die Zeichen auf Neuanfang im örtlichen Bäderbetrieb. Zwischen 1963 und 1969 gestaltete Glaus ein Thermalschwimmbad, den brutalistischen Staadhof, als Hotel, Therapiezentrum und Trinkhalle. Alle drei Bauten wurden bis 2017 abgerissen, Ende 2021 sollte eine Therme von Mario Botta eröffnet werden. Als ein System von begrünten Innenhöfen und kleinen Plätzen mit kubischen, tief in den Baugrund versenkten Baukörpern öffnete sich die Anlage den Besucher:innen ab 1965. Durch bodentiefe Fenster war die Anbindung an den Kurpark und das historische Bäderquartier gegeben. Um öffentlichen Raum zu erhalten, verlegte Gaus die Bauten unter das Straßenniveau und ließ zusätzlich Dach- und Atriumgärten anlegen. Gemeinsam mit dem Staadhof und der Trinkhalle bildete das Thermalbad ein zentrales Ensemble, das sich den Bedürfnissen der promenierenden Kurgäste anpasste.

Ein ähnliches Prinzip von im Kurpark verteilten, eingeschossigen Pavillons mit großen Glasflächen verwirklichte Glaus ab 1956 mit der Neuplanung des Kurzentrums von Bad Ragaz (Sankt Gallen). In der Tradition von Mies van der Rohe oder Richard Neutra ermöglichte Glaus Fern- und Ausblicke in die Landschaft, gleichzeitig aber auch eine kombinierte Verdichtung der Therapie- und Sportfunktionen. Als Städteplaner schlug Glaus für Bad Ragaz neue Kultur-, Sport-, Laden-, Betriebs-, Hotel- und Bäderzonen vor.

Bad Dürrheim, Neues Kurmittelhaus, 1955-1958 (Foto: Willy Pragher, 1959, Bild: © Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg, Fotosammlung Willy Pragher, W 134 Nr. 055205)

Bad Dürrheim, Neues Kurmittelhaus, 19551958 (Foto: Willy Pragher, 1959, Bild: © Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg, Fotosammlung Willy Pragher, W 134 Nr. 055205)

Bäderbauten in Südwestdeutschland

In Bad Dürrheim beispielsweise wurden die Kuranlagen ab 1955 erweitert. Die seit 1851 für den Badebetrieb genutzte Sole wurde bis 1972 in der städtischen Saline gefördert. 1937 eröffnete das Kurhaus, das sich symmetrisch, begleitet von zwei offenen Wandelhallen, zum Kurpark mit vorgelagertem Parterre öffnet. Von 1955 bis 1958 wurde das Kurmittelhaus vom Land Baden-Württemberg im Süden des Kurparks errichtet, von 1966 von 1968 das Sole-Mineral-Hallenbad. Beide wurden mittels einer Wandelhalle mit dem Kurhaus verbunden. Das zweigeschossige Kurmittelhaus mit vorgelagerter Wandelhalle barg in seiner Mitte einen deutlich hervorgehobenen Inhalationsgang, begleitet von Einzelkabinen und vom Bewegungsbad. Dieses öffnete sich durch verglaste Fassadenflächen zum Kurpark, während im Inneren eine offene Betondecke auf Stützen das Becken überspannte. In den zwei rechtwinklig angeordneten Seitentrakten befanden sich eine Inhalationshalle und die Kinderabteilung.

Viele Kurorte fokussierten sich auf große Baukomplexe. Damit wollte man sich nicht nur stilistisch, sondern auch funktional von der Bäderarchitektur des 19. Jahrhunderts abgrenzen und einen aktiven Gesundheitstourismus etablieren. Teilweise modernisierte man dafür die historischen Kuranlagen, meistens aber, vor allem in den 1960er/70er Jahren, wurden sie abgerissen oder transloziert – zugunsten großer Komplexzentren. Nicht von ungefähr gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den multifunktionalen Kurarchitekturen und anderen Bauaufgaben wie Stadthallen, Kultur- und Freizeitzentren oder Großwohneinheiten. In der Nachkriegszeit wurden viele Funktionen in einem Gebäude oder Komplex konzentriert. Dadurch verlor die umgebende therapeutische Landschaft an Bedeutung: Es blieben Grünanlagen, Parkplätze und Erschließungsflächen. Diese Tendenzen verbinden die Kurzentren mit den Einkaufsmalls oder kommunalen Kulturhäusern der 1960er bis 1980er Jahre.

Bad Rappenau, Kurmittelhaus und Sole-Hallenbad, 1965-1967, Rudolf und Ingeborg Geier (Bild: © Wikipedia Commons)

Bad Rappenau, Kurmittelhaus und Sole-Hallenbad, 19651967, Rudolf und Ingeborg Geier (Bild: p.schmelzle, CC BY SA 3.0, 2008)

Zweimal Baden-Württemberg

In Bad Rappenau wurden das Kurmittelhaus und das Sole-Hallenbad durch die Stuttgarter Architekt:innen Rudolf und Ingeborg Geier von 1965 bis 1967 in zwei komplementären Gebäuden untergebracht. Während das quaderförmige Hallenbad konventionell wirkt, weist das Kurmittelhaus einen polygonalen Grundriss auf. Um den zentralen Personalbereich wurden konzentrisch Ruhekabinen, Solewannen und Fangokabinen angeordnet. In Bad Wildbad beschränkte man die Modernisierung der Kuranlagen nicht nur auf die Therapiegebäude, sondern griff auch in den zumeist seit dem 19. Jahrhundert landschaftlich gestalteten Außenraum ein. Zwischen 1964 und 1968 errichtete die Staatliche Hochbauleitung Wildbad (Dengler/Walther) ein Thermal-Bewegungsbad aus zwei Gebäudetrakten auf sechseckigem Grundriss: einer für Kurgäste, der andere für Tagesbesucher:innen.

Oberhalb des historischen Kurzentrums, am Hang gelegen, nimmt der gestaffelte Baukörper des Thermal-Bewegungsbads eine raumbeherrschende Stellung innerhalb des gärtnerisch gestalteten Enztals ein. Die streng-geometrischen Formen, Betonoberflächen des skulptural gehaltenen Thermalbads setzten einen Kontrast zur historistischen Bäderarchitektur aus dem 19. Jahrhundert. Bad Wildbad zeigt bis heute Elemente der landschaftlichen Kurparkgestaltung aus der Nachkriegszeit, die unter anderem auf Walter Rossow (19101992) zurückzuführen sind. Er schuf hier ab 1962 vier Zonen: der Kurbereich in der Nähe der Bäder, der Erholungsbereich um das Kurhaus, ein ‘wilder’ Bereich mit Aussichtsfelsen und Flussterrassen an der Enz sowie der Sportbereich, der in die ländliche Umgebung vermitteln sollte. Ein weiteres Element dieser Maßnahmen waren die „Enzkolonnaden“ mit Gastronomie und Einzelhandel, zwischen dem ehemaligen Grandhotel „Quellenhof“ (heute Reha-Klinik) und dem historischen Kurhaus (Otto Kuhn, 19081910) gelegen.

Bad Gastein, Felsenbad, Gerhard Garstenauer, 1967–1968 (Bild: historische Abbildung, 1974, via hiddenarchitecture.net)

Alpiner Brutalismus

Die Herausforderung, die therapeutische Infrastruktur landschaftlich einzubetten, stellte sich nicht nur im Mittelgebirge, sondern auch in den Alpen. Dort wurden die Heilmittel Wasser, Terrain und Luft bereits im 19. Jahrhundert mit außergewöhnlichen Lösungen erleb- und nutzbar gemacht. Der Bautyp Sanatorium etwa wurde immer mehr durch Fenster, Balkone, Veranden, Loggien und Sonnendächer zur umgebenden Landschaft geöffnet und ‘entmaterialisiert’. Auf ganz andere Weise löste Gerhard Garstenauers Felsenbad Gastein (19671968) das Problem im Salzburger Land. Wegen eines schwierigen Bauplatzes wurde ein Teil des rückwärtigen Berges gesprengt, um die Felsenfront als Hintergrund der Schwimmhalle zu nutzen. Der brutalistische Bau geht dadurch einen ‘Dialog’ mit dem anliegenden Naturstein ein, der so als namensgebendes Herzstück der Kuranlage vorgeführt wird.

Ob in Bad Ragaz, Bad Wildbad oder Bad Gastein: Natur, Kunst und Architektur gehen auch in den Kurorten des 20. Jahrhunderts eine wechselseitige Verbindung ein. In Zeiten einer Wiederentdeckung „heilsamer“ Räume und Landschaften wird es umso wichtiger sein, auch die baulichen Zeugnisse des zweiten Aufbruchs der „Spas of Europe“ zu erhalten und zu nutzen. Ob es aber zu einer Renaissance der Kurorte und damit einer Wertschätzung der modernen Kurortarchitektur kommt, bleibt offen.

Literatur

Meili, Armin, Bauliche Sanierung von Hotels und Kurorten: Schlussbericht, Zürich 1945.

Situation der europäischen Kurorte in Gegenwart und Zukunft: Fachreferate der Jahrestagung 1968 in Badgastein, hg. vom Österreichischen Heilbäder- und Kurorteverband, Wien 1968.

50 Jahre Verband Schweizer Badekurorte (Die Schweiz – Suisse – Svizzera – Switzerland. Offizielle Reisezeitschrift der Schweiz 47, 1974, 11), hg. von der Schweizerischen Verkehrszentrale, Zürich 1974.

Hain, Karl, Oberösterreichisches Kurortekonzept: Bestandsaufnahme und Programm, Linz 1974.

Glaus, Otto, Planen und Bauen moderner Heilbäder, Zürich 1975.

Lüdtke, Lothar F./Stockburger, Dieter: Untersuchung über Situation und anzustrebende Entwicklungsrichtung in den Heilbädern, Heilklimatischen Kurorten und Kneippkurorten Baden-Württembergs unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen Auswirkungen, München 1976.

Garstenauer, Gerhard, Bauten und Projekte im Gasteinertal, Salzburg 1979.

Der Autor bietet mit diesem Beitrag einen Blick in die Werkstatt eines laufenden Forschungsprojekts, zu dem er weiterhin jeweils aktuelle Ergebnisse publizieren wird.

Badenweiler, Wandelhalle, 1853, Abbrucharbeiten im Kurpark für die Errichtung des neuen Kurhauses, 1972 (Bild: © Zentralinstitut für Kunstgeschichte München, Fotothek)

Badenweiler, Wandelhalle, 1853, Abbrucharbeiten im Kurpark für die Errichtung des neuen Kurhauses, 1972 (Bild: © Zentralinstitut für Kunstgeschichte München, Fotothek)

 1957, S. 315)

Bad Ragaz, Kurzentrum, Otto Glaus, ab 1956 (Bildquelle: Neue Bäderanlage und Hotelumbau in Bad Ragaz. Architekt Otto Glaus, in: Das Werk. Architektur und Kunst 44, 1957, S. 315)

Bad Wildbad, Thermal-Bewegungsbad, B. Dengler und W. Walther, 1964-1968 (Bildquelle: Otto Glaus, Planen und Bauen moderner Heilbäder, Zürich 1975, S. 72)

Bad Wildbad, Thermal-Bewegungsbad, B. Dengler und W. Walther, 1964-1968 (Bildquelle: Otto Glaus, Planen und Bauen moderner Heilbäder, Zürich 1975, S. 72)

Bad Wildbad, Kurpark, ab 1962, Walter Rossow, Flussterrassen an der Enz und Aussichtsfelsen (Bild: Oliver Sukrow)

Bad Wildbad, Kurpark, ab 1962, Walter Rossow, Flussterrassen an der Enz und Aussichtsfelsen (Bild: Oliver Sukrow)

Titelmotiv: Bad Rippoldsau, Kurhauscafé (Bild: Oliver Sukrow)

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LEITARTIKEL: Bauen und Pflegen für das Wohlbefinden

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FACHBEITRAG: Opas Heilbad ist tot!

FACHBEITRAG: Opas Heilbad ist tot!

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FACHBEITRAG: Das Bundes­­wehr­­kranken­haus in Ulm

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Peter Liptau über ein “zukunftsoffenes Krankenhaus” des Architekten Robert Wischer.

FACHBEITRAG: Brutalismus für Betagte

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FOTOSTRECKE: Auf Kur mitten im Krieg

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Peter Raaf besuchte Kuranlagen der 1930er bis 1950er Jahre.

Der Best-of-90s-Beitrag

FACHBEITRAG: Das Bundes­­wehr­­kranken­haus in Ulm

von Peter Liptau (22/2)

Über der Stadt Ulm, auf dem Eselsberg und zumindest ursprünglich mitten im Grünen steht das Bundeswehrkrankenhaus, das von 1974 bis 1979 durch das Büro Heinle, Wischer und Partner errichtet wurde. Insbesondere der Architekt Robert Wischer (1930–2007) war es, der nicht nur das Haus in Ulm nach seinem Prinzip des „zukunftsoffenen Krankenhauses“ plante. Es sollte jederzeit flexibel auf den Fortschritt reagieren können, ohne dass große An- und Umbauten nötig sind. Diese Strukturen haben sich in den letzten Jahren in der Sanierungsphase, die ebenfalls vom Büro Heinle, Wischer und Partner durchgeführt wurde, als nützlich erwiesen.

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Schema der Gebäudestruktur (Bild: Heinle, Wischer und Partner)

Das zukunftsoffene Krankenhaus

Robert Wischer wollte ursprünglich Medizin studieren – und wurde Architekt. Dies sind selbstredend beste Voraussetzungen für einen Krankenhausbauer. Für diese gemeinwesenorientierten, rund um die Uhr geöffneten Hochleistungsarchitekturen braucht es einen gesundheitsfördernden Lebensraum. Dennoch gab es für Wischer bis dato kein überzeugendes Konzept für zukunftsoffene Krankenhäuser, deshalb entwickelte er eine eigene Theorie.

Schon der römische Architekturtheoretiker Vitruv habe gefordert: Gebäude müssen ebenso langfristig brauchbar wie dauerhaft in Material und Ästhetik sein. Wischer ergänzte die Funktionsoffenheit. Insbesondere ein Krankenhaus folge vier Kriterien: 1) Der Ort ist dauerhaft und bleibt über Jahrhunderte bestehen. 2) Die konstruktive, elementare, technische und logistische Struktur ist langfristig, sie erstreckt sich über 50 bis 100 Jahre. 3) Der raumbildende Ausbau und die ihn ergänzende technische Ausstattung sind für 20 bis 40 Jahre von mittelfristiger Gültigkeit. 4) Bewegliche Dinge können alle 5 bis 30 Jahre ausgewechselt werden.

Vor diesem Hintergrund plante Wischer seine eigenen Krankenhäuser. In Ulm wurden die Systeme für die technischen Installationen und den Innenausbau nahezu unabhängig in eine stählerne Tragstruktur eingesetzt. Für diese konstruktive Innovation erhielt das Büro Heinle, Wischer und Partner 1979 den Europäischen Stahlbaupreis.

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Lichthof (Bild: Peter Liptau)

Auf dem grünen Hügel

Als das Land Baden-Württemberg die Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule in Ulm plante, entschied der Bundestag, dass hier auch ein Bundeswehrkrankenhaus mit 620 Betten entstehen sollte. Letzteres war zugleich als Lehrkrankenhaus für die Universität gedacht, das etwa ein Drittel seiner Kapazität für die Behandlung von Zivilist:innen bereitstellte.

Das Ensemble sollte sich „unaufdringlich in die Natur“ einfügen und „adäquat und in solider, zurückhaltender, im guten Sinne konservativer Gestaltung“ ausfallen. Auch deshalb wurde die Krankenhaus-Cafeteria zum beliebten Ausflugsziel für Spaziergänger:innen, die den Weg ins Naherholungsgebiet auf sich nahmen. Von Vorteil war und ist dabei natürlich der unverbaute Weitblick, der bei guten Wetterverhältnissen bis zu den Alpen reicht.

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus (Bild: Peter Liptau)

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Außeninstallation samt Grünflächengestaltung des Künstlers Kurt Georg Pfahler (Bild: Peter Liptau)

Jedem Zimmer sein Kunstdruck

Die Kunst am Bau sollte „die Menschen ansprechen, sie nachdenklich machen oder auch aufmuntern“. Dazu gehört in Ulm eine große Außeninstallation samt Grünflächengestaltung des Künstlers Kurt Georg Pfahler. Hinzu kommt die hochwertige Ausstattung der Innenräume: Plastiken des Künstlers Alfonso Hüppi im Lichthof sowie eine umfassende Kunstsammlung die es ermöglicht, dass jedes Krankenzimmer einen originalen Kunstdruck erhält.

Um das Bettenhochhaus herum gliedern sich – eingebettet in die Grünanlage, durch die Geländemodellierung teils unsichtbar – niedrigere Bauten für Ambulanzen, OP-Bereiche, Sozialräume, Labor, Bettenzentrale usw. Mit dieser Aufteilung reagierte Wischer darauf, dass bei solchen hoch technisierten Funktionsbauten mit einem höheren Anpassungsbedarf zu rechnen ist. Man wollte eventuelle An- und Umbauten vereinfachen und hielt dafür prophylaktisch Freiflächen bereit. Darauf befand sich u. a. eine Sportanlage für Soldat:innen, aber auch für die Patient:innen.

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus (Bild: privat)

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Lichthof (Bild: privat)

Im Luftraum

Die Pflegestationen befinden sich allesamt im Bettenhochhaus, wo mit weniger Anpassungsnotwendigkeit zu rechnen ist. Den Mittelpunkt bildet der Eingangsbereich mit seinem Lichthof als verbindendes Element: Mehr einem botanischen Garten als einem Krankenhausfoyer gleichend, betritt man das Haus auf Ebene 0. Hier erschließt sich ein glasgedeckter Luftraum, der sich nach unten bis zur Ebene -1 erstreckt, wo die meisten Funktionen und Ambulanzen liegen. Im Lichthof der Ebene -1, eingebettet in reichhaltiges Grün, gliedern „brutalistische, angeschrägte Kuben“ einen langen Raum. Über diesen ‘Graben’ verlaufen mehrere Brücken, welche die Ebene 0 des Haupthauses mit dem Nebengebäude der Fachabteilungen verbinden.

Das Bundeswehrkrankenhaus zeigt sich bis heute in seiner ursprünglichen Gestaltung: Die hinterlüftete Vorhangfassade mit eingestellten Brüstungselementen wurde seinerzeit mit bronzefarben eloxierten Aluminiumplatten verkleidet. Sie sind vor den Krankenzimmern so niedrig gehalten, dass die Patient:innen auch aus dem Bett heraus sehen können, was sich draußen auf Bodenhöhe abspielt. Vor der Verglasung liegt der Sonnenschutz aus Aluminiumlamellen, die automatisch bedient und von den Zimmern aus separat gesteuert werden können. In den vollklimatisierten Räumen lassen sich aus psychologischen Gründen einzelne Fensterflügel öffnen. Die Fassadenaufteilung selbst ergibt sich aus dem Raster der inneren Tragstruktur.

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus (Bild: Peter Liptau)

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Fassadenstruktur mit Sonnenschutz (Bild: Peter Liptau)

Streng nach dem Raster

In Ulm folgt der Aufbau den von Wischer proklamierten Prinzipien des „zukunftsoffenen Krankenhauses“: 1) Das Konstruktionssystem dient als tragende Struktur in einem dreidimensionalen, einheitlichen Raster mit minimalen baulichen Bindungen (Stützen, Aussteifungswände, Schächte). 2) Das Ausbausystem verfügt über verschiedene Variationsmöglichkeiten (Wand, Decke, Fußböden). 3) Das technische System für alle räumlichen Funktionen gestattet künftige Änderungen und ein entflochtenes Ordnungssystem – beispielsweise durch adaptive Energieanschlüsse.

Das Ausbausystem im Innern beruht auf einem Raster von 120 Zentimetern. Alle Elemente sind ein Vielfaches oder ein Teil davon (60 Zentimeter, 30 Zentimeter, 240 Zentimeter etc.). Auch die Raster aller tragenden Stützen sind identisch. In den Flachbauten wurden leicht zu versetzende Elemente aus kunststoffbeschichteten Stahlblechen eingesetzt, da mit einer dynamischeren Nutzung zu rechnen ist.

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus (Bild: Heinle, Wischer und Partner)

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Schema der Installationen (Bild: Heinle, Wischer und Partner)

Stützen und Schächte

In den Untergeschossen 5 bis 2 finden sich Stützen, Wände und Decken aus Stahlbeton. Oberirdisch geht die Struktur dann in eine reine Stahlskelettkonstruktion über. Insgesamt birgt das Hochhaus sechs Schächte für die Installationsstränge. In den Geschossen verlaufen die Leitungen horizontal in den abgehängten Decken: Wasser, Abwasser, Heizung für das jeweils darüberliegende Stockwerk, Luft, Elektroinstallation und medizinische Gase. Diese Decken umfassen ein Schienensystem, in das Verkleidungsplatten, Beleuchtungspaneele und technische Energieauslässe eingefügt sind. In den Stationen bestehen die Wandelemente aus 15 Zentimeter starken Gipskartonwänden, die mit Glasfasertapete beschichtet und unterschiedlich gestrichen wurden. Die Fußböden sind nahezu vollständig in PVC ausgeführt, mit Ausnahme der Treppenhäuser, Nassbereiche und Küchen. Für die Nassbereiche der Zimmer wurden vorgefertigte Nasszellen eingesetzt, die am Stück angeliefert werden konnten.

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Tresen mit Kleinförderanlage (Bild: privat)

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Tresen mit Kleinförderanlage (Bild: privat)

Entlang der Kleinförderanlage

Zur Ausstattung gehören auch modernste technische Einrichtungen. Neben den sammelgesteuerten Aufzügen und einer automatischen, über zwei Kilometer langen Wagentransportanlage (z. B. für Essens- und Wäschewagen) verfügt das Haus auch über eine sogenannte Kleinförderanlage. Hier fahren 80 Metallkörbe mit Eigenantrieb über insgesamt 1700 Meter Schienen zu 32 Stationen. Dies ermöglicht bis heute eine schnelle Übermittlung von Befunden, Laborproben, Blutkonserven etc. Ein Hauptschienenstrang verläuft durch die Haupteingangshalle und macht die Modernität des Hauses damit für die Besuchenden sichtbar. Die bronzefarbenen Platten der Aluminiumfassade finden sich im Inneren wieder – als Verkleidung der Konstruktionsstützen. Auch die Aufzugsschächte zeigen sich in dieser Optik.

Das Gebäude erhielt ein Haustelefon und eine moderne zentrale Computeranlage. Eine Neuerung war außerdem der Patientenruf, der nicht nur über ein Warnlicht im Flur und ein akustisches Signal funktionierte, sondern auch eine Hör-Sprechverbindung zwischen Patient:innen und Pflegepersonal herstellte, u. a. über ein sogenanntes Hör-Sprech-Kissen.

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Innenraum, 1981 (Bild: Heinle, Wischer und Partner)

Gerüstet für den Kriegsfall

Selbstverständlich handelt es sich beim Bundeswehrkrankenhaus um ein Militärkrankenhaus, dessen Ausstattung in der Hochzeit des Kalten Krieges auch für den Ernstfall geeignet sein sollte. In den zeitgenössischen Publikationen ist hierzu selbstverständlich nichts zu lesen, dennoch ist das Wissen darüber mittlerweile nach außen gedrungen. Beispielsweise befindet sich unter dem Gebäude eine weitreichende mehrgeschossige Bunkeranlage, wohin man den gesamten Krankenhausbetrieb hätte auslagern können. Zudem wurden der Lichthof und der Eingangsbereich großzügig geplant, um hier im Kriegsfall mehrere hundert Krankenbetten aufzustellen. Durch die Klimaanlage entsteht ein leichter Überdruck, der etwa beim Einsatz chemischer Waffen einer Kontaminierung entgegenwirken sollte.

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Pflegestützpunkt, 1981 (Bild: Heinle, Wischer und Partner)

Modernisieren im laufenden Betrieb

Schaut man sich das Bundeswehrkrankenhaus heute von außen an, fällt vor allem der neue Hubschrauberlandeplatz über (nicht auf) dem Dach ins Auge. Dieser ersetzte erst in den vergangenen Jahren den nördlich des Ensembles gelegenen Landeplatz auf Bodenniveau. Ansonsten zeigt sich das Haus weitestgehend in seiner ursprünglichen Gestaltung, was an den langlebigen Materialien liegen mag, aber auch an seiner programmatischen Variabilität. Wesentlich war aber vor allem, dass die Sanierung vom Erbauerbüro Heinle, Wischer und Partner durchgeführt wurde. Die Modernisierungen blieben fast unsichtbar: Wie es Wischer voraussagt hatte, wurde nach knapp 30 Jahren eine Renovierung fällig. Dafür sanierte man die einzelnen Funktionseinheiten nicht an ihrem Standort, sondern ließ sie an neuen Orten neu entstehen. So wurde ein OP-Trakt mitsamt Notfallambulanz im Souterrain errichtet, womit die ehemals dort befindlichen Sozialräume (inklusive einer Kegelbahn!) wiederum andere verschobene Abteilungen aufnehmen konnten.

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Pflegestützpunkte und Anmeldungen nach der Sanierung (Bild: Heinle, Wischer und Partner, Yogi Hild)

Die gesamte Sanierungsphase dauerte 20 Jahre und brachte nur sehr geringe Einschränkungen für den laufenden Betrieb. Auch die Gestaltung wurde überarbeitet. Dabei blieb der ursprüngliche Farbkanon erhalten, jedoch durch hellere Farbwerte aufgelockert. Anmeldetresen und Mobiliar wurden passend erneuert. Die öffentlichen Räume wie Eingangsbereich, Cafeteria und auch die Notfallambulanz wurden vom italienischen Designer Giulio Ridolfo in ihren Farbtönen entwickelt. Mit dieser Sanierung folgt das Krankenhaus tatsächlich der Prognose Robert Wischers und erweist sich weiterhin als „zukunftsoffenes Krankenhaus“. Eine Ehre, die einem weiteren bedeutenden Bau seines Büros wohl nicht mehr zuteilwird: Das Krankenhaus der Universität Göttingen, das fast noch konsequenter der Rasterbauweise folgt, steht aktuell wegen angeblich zu hoher Sanierungskosten auf der Abschussliste.

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Grundriss, Ebene 0 (Bild: Heinle, Wischer und Partner)

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Grundriss der Ebene 0 (Bild: Heinle, Wischer und Partner)

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Nasszelle auf einem Wagen (Bild: Heinle, Wischer und Partner)

Ulm, Bundeswehrkrankenhaus, Nasszelle auf einem Wagen beim Bau 1979
(Bild: Heinle, Wischer und Partner)

Titelmotiv: Bundeswehrkrankenhaus von Westen aus gesehen (Bild: Peter Liptau)

Quellen (Auswahl)

Vom Unikat zum Stadtbaustein – Gedanken zur Entwicklung des Krankenhauses, hg. von Heinle, Wischer und Partner, Stuttgart u. a. 2008.

Teuffel, Gert A. (Bearb.), Bundeswehrkrankenhaus Ulm, hg. von Heinle, Wischer und Partner, Stuttgart 1981.

Archiv des Bundeswehrkrankenhauses, Ulm.

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LEITARTIKEL: Bauen und Pflegen für das Wohlbefinden

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Jürgen Tietz über die große Verheißung der Moderne.

FACHBEITRAG: Opas Heilbad ist tot!

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FACHBEITRAG: Das Bundes­­wehr­­kranken­haus in Ulm

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FACHBEITRAG: Brutalismus für Betagte

von Gerhard Kabierske (22/2)

Die Betonfassade war vielen Karlsruherinnen und Karlsruhern ein Stein des Anstoßes: Ausgerechnet an der Aufgabe Altersheim demonstrierte der Architekt Reinhard Gieselmann (1925–2013) seine eigenwilligen Vorstellungen, und ausgerechnet mit dem spektakulären Neubau in einer der Radialstraßen im Zentrum der Fächerstadt, die das sonst verlorene Bild der klassizistischen Residenzstadt einigermaßen bewahrt hatte. Weder dem, was sich damals ältere Menschen unter einer ‘schönen’ Architektur für ihren letzten Lebensabschnitt vorstellten, noch dem, was als Einordnung in einen städtebaulichen Kontext verstanden werden konnte, entsprach dieser Bau. Er war bei seiner Fertigstellung 1967 schlichtweg ein Akt der Selbstdarstellung. Aus heutiger Perspektive gesehen, hat Gieselmann der Stadt zu einem überregional bedeutenden Zeugnis des Betonbrutalismus verholfen.

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Erdgeschossgrundriss der Gesamtanlage (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT))

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Erdgeschossgrundriss der Gesamtanlage (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT))

Ein besonderer Auftrag

‘Licht, Luft, Sonne’, die Doktrin der Moderne, galt in der Nachkriegszeit auch beim Bauen für Betagte. Selbstverständlich sollten sie am neuen ‘befreiten’ Lebensgefühl teilhaben. Alten- und Pflegeheime entstanden deshalb gerne als Solitäre in Neubaugebieten, wo die ‘gesunde’ Ausrichtung nach Himmelsrichtungen sowie umgebendes Grün gewährleistet waren. Funktion und Hygiene schien Genüge getan, wenn sich die Zimmer mit Balkon und Waschbecken schematisch entlang eines Flurs aufreihten, die gemeinschaftlichen Sanitärräume nicht allzu weit vom Zimmer entfernt waren und auch ein Personenaufzug nicht fehlte.

Ein neues Heim in einer Kriegslücke an einer viel befahrenen Innenstadtstraße zu bauen, war eher die Ausnahme. 1960 hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) den Architekten Alfred Fischer (1889–1969) mit einem Gutachten beauftragt, wie das verbandseigene Grundstück an der Stephanienstraße intensiver genutzt werden könnte. Nach der Trümmerräumung diente es nur als Stellplatz für die DRK-Krankenwagen. Hier stand auch eine Baracke als provisorische Einsatzzentrale. Fischer schlug für das schmale und tiefe Areal eine Heimnutzung vor. Da es in Karlsruhe an Altenheimplätzen mangelte und überdies eine Finanzierung möglich war, entschied man sich für ein solches Projekt. Die Stadt stimmte baurechtlich zu. Da Fischer aus Altersgründen die weitere Planung nicht übernehmen wollte, brachte er seinen damals erst 36-jährigen Schwiegersohn Reinhard Gieselmann als Architekten ins Spiel. Ohne personelle Alternative oder einen Wettbewerb erhielt dieser 1962 den Auftrag.

Bald stand sein Konzept eines Heims für rund 70 alte Menschen: Die Krankenwagen wurden in eine Tiefgarage verbannt. Die zugehörigen Wartungs- und Einsatzräume verortete man ebenso im Tiefgeschoss und belichtete sie über einen Lichtgraben im hinteren Grundstücksteil. Die Bauflucht an der Straße sollte durch einen viergeschossigen Trakt geschlossen werden, der sich entlang einer Brandmauer zum Nachbargrundstück nach hinten entwickeln und diese verdecken sollte. Ferner sollte ein zweigeschossiger Querriegel dahinter das Grundstück in der Tiefe teilen sowie inmitten des baumbestandenen, rückwärtigen Grundstücksteils eine eingeschossige bungalowartige Baugruppe mit Altenwohnungen entstehen. Im Grunde übernahm Gieselmann mit Vorderhaus, Seitenbau, Hinterhaus und Gartenhaus ein Bebauungsschema des 19. Jahrhundert, wie es sich auch in der Karlsruher Innenstadt finden lässt.

Ein Blick auf die ausgeführte Straßenansicht und den Erdgeschossgrundriss macht jedoch deutlich, dass der Architekt weitergehende Ambitionen hatte. Um so viel Sonnenlicht wie möglich einzufangen, wird die Fassade an der Straße mit Loggien und über Eck geführten Fenstern aufgebrochen. Auf der Rückseite ist die Baugruppe extrem in Höhe und Tiefe gestaffelt, die Fronten sind gebogen und abgetreppt. Aber man ahnt sofort: Es geht dem Architekten nicht nur um das Einfangen von Sonne, sondern vor allem um das Spiel mit plastischen Formen. Er liebt spannungsreiche Inszenierungen, im Äußeren mit einem ungewöhnlichen, fast dreieckigen Hofbereich, im Inneren mit expressionistisch-irrationalen Raumzuschnitten.

Reinhard Gieselmann (links) mit Oswald Matthias Ungers, 1957 (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT))

Reinhard Gieselmann (links) mit Oswald Matthias Ungers, 1957 (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT))

Ein engagierter Architekt

Reinhard Gieselmann baute keinen Standard, dafür war er schon zuvor bekannt. 1944 noch als 19-Jähriger zur Wehrmacht eingezogen, entschied er sich nach traumatischen Erlebnissen am Kriegsende höchst motiviert für ein Architekturstudium in Karlsruhe. Prägend wurde zunächst Egon Eiermann, bei dem er 1950 sein Diplom machte: mit dem Entwurf eines Motels an der Autobahn, für das er – typisch Eiermann-Schule – in einem Baukastensystem Container in Leichtbauweise aneinanderreihte. Die Ablösung von der Vaterfigur Eiermann begann, als er 1953 auf dem Motorrad bis Finnland fuhr und dort Alvar Aalto und seine Bauten kennenlernte. Zum Schlüsselerlebnis wurde im selben Jahr auch der CIAM-Kongress in Aix-en-Provence, auf dem Peter und Alison Smithson ihre ‘brutalistischen’ Bauten vorstellten und offen gegen die Meister der weißen Moderne der 1920er Jahre opponierten. Das Zusammentreffen mit Le Corbusier, der dem jungen Deutschen persönlich eine Wohnung in der gerade fertig gestellten Unité d’Habitation in Marseille zeigte, sollte ebenso nicht folgenlos bleiben.

Schon Gieselmanns erste eigene Bauten zeigen besondere Plastizität und Raumwirkung, den Einsatz von groben Materialien wie Sichtbeton, Backstein, Kalksandstein oder Rauputz. Er nahm damit Trends der 1960er Jahre vorweg. Belesen und interessiert an Architekturtheorie, promovierte er mit einer Arbeit über den modernen Kirchenbau und meldete sich zu aktuellen Themen mit aufmüpfigen Leserbriefen in Bauzeitschriften zu Wort. Mit seinem Freund Oswald Matthias Ungers verfasste er 1960 ein „Manifest zu einer neuen Architektur“. In 20 Thesen beschwor ihr „Credo des Subjektiven“ den Vorrang der künstlerischen Schöpfung vor Ratio und Technik in der Architektur. Sie müsse „Erlebnis des Körperhaften und Räumlichen“ sein. In diesem Sinne baute Gieselmann mehrere individualistische Einfamilienhäuser und eine erste Kirche, die deutlich Le Corbusier rezipierte.

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Straßenfassade, 1967 (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Straßenfassade, 1967 (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Béton brut in der Stephanienstraße

Beim Großprojekt für das Altersheim konnte Gieselmann in den 1960er Jahren alle Register seines baukünstlerischen Wollens ziehen, seine Liebe für Sichtbeton und eine neoexpressive raumbildende Architektur ausleben. Weder der Bauherr noch die Stadt redeten ihm bei der Gestaltung hinein. So wurde schon die Straßenfassade zu einem Manifest: Das hohe Erdgeschoss tritt nach außen als zurückgesetzte dunkle Sockelzone in Erscheinung, aus der nur die Rahmung von Eingang und Tiefgarageneinfahrt hervortreten.

Die drei aufgeständerten Wohngeschosse präsentieren sich wie ein abstraktes Relief, das durch vorkragende Wandteile, Rücksprünge der Fensternischen und dunkle eingetiefte Loggien eine stark plastische Struktur erhält. Um jedes Schema der dahinter gleichartig gereihten Zimmer zu vermeiden, sind die Öffnungen von Fenstern und Loggien in einem raffinierten Spiel von Symmetrie und Asymmetrie gespiegelt. Im Gegensatz zur Horizontalen wird der Kamin der Heizung im Untergeschoss turmartig als vertikaler Akzent in die Fassade gerückt, manieriert überdimensioniert, nach oben auskragend, in einem dreiteilig gestaffelten Kopf über der Traufe auslaufend und die breite Front wiederum asymmetrisch teilend.

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Eingangsbereich mit Blick in die Treppenhalle, 1967 vor Anbringung der Wandreliefs aus Majolika, in der Mitte eine der 'Säulen' mit Kapitell (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Eingangsbereich mit Blick in die Treppenhalle, 1967 vor Anbringung der Wandreliefs aus Majolika, in der Mitte eine der ‘Säulen’ mit Kapitell (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Im Inneren

Genauso expressiv gibt sich das Innere. Sichtbeton mit Kalksandstein-Ausmauerungen dominiert auch die Eingangshalle und den sich anschließenden, nach oben schachtartig über die gesamte Gebäudehöhe führenden Lichthof. In einem freistehenden Betonzylinder fährt der Personenaufzug nach oben, ebenso wird die zum Lichthof offene Treppe zum Blickpunkt. Beides erschließt die umlaufenden Laubengänge vor den Zimmern. Geradezu barock ist die Lichtregie mit einem pointierten Hell-Dunkel-Kontrast. Während an der Straßenseite das große Hallenfenster Seitenlicht spendet, fällt von oben indirekt Sonne durch einen über das Dach ragenden Aufbau mit umlaufendem Fensterband.

Die Hallenwand wird durch gerahmte, geschichtete Rechteckfelder gegliedert, die wie ein aus der Architektur heraustretendes Relief erscheinen. Später erhielten die Felder Majolikareliefs mit stark abstrahierten, vegetabilen Motiven des Meistermann-Schülers Karlheinz Overkott. Einen überraschenden Dekor bekamen auch die mächtigen zweiteiligen Rundstützen, deren kubisch verschachtelte Fantasiekapitelle die Decke tragen. Ebenso erstaunlich sind der Speisesaal und die Flure des rückseitigen Querbaus mit nicht alltäglichen Rauminszenierungen und der Härte der Materialien. Der Anspruch eines Gesamtkunstwerks wurde noch unterstrichen, indem Gieselmann auch die Möbel der Gemeinschaftsräume entwarf.

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Treppenhalle mit Laubengängen zur Erschließung der Zimmer, 1967 (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Treppenhalle mit Laubengängen zur Erschließung der Zimmer, 1967 (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Kritik und Anerkennung

Nicht nur bei Karlsruher Bürgerinnen und Bürger sorgte Gieselmanns Werk für Kopfschütteln. Es kam in der Gestaltungsfrage auch zum Zwist zwischen ihm und seinem Schwiegervater Alfred Fischer, der ihm den Auftrag vermittelt hatte. Und er bekam das Befremden der Karlsruher Kollegen zu spüren: „Sie wollten Funktion, ich: Struktur und Atmosphäre“, so fasste der Architekt selbst die Distanz zusammen, die er im regionalen Kontext fühlte. Dass „Brutalismus“ in Karlsruhe nicht gelitten war, lag an der Prägung durch die Schule von Egon Eiermann, der in seinen Vorlesungen das Altersheim „des Herrn G.“ sogar als Negativbeispiel vorführte. Beton, zumal plastisch geformter Sichtbeton, galt dem Liebhaber des Stahls und Perfektionisten in der Kunst der Fügung von Einzelelementen als geradezu anstößig. Man könne mit diesem Baustoff disziplinlos „alles machen“ und das Material anschließend nie wieder beseitigen. Mit negativen Gutachten torpedierte Eiermann in der Folge sogar zweimal Berufungen seines ehemaligen Schülers, mit dem er sich duzte und dessen Frau eine gute Freundin seiner Frau war.

Gieselmann wollte sich gegen die Vorbehalte wehren. In seiner Eröffnungsrede und in weiteren Texten erläuterte er den sozialen Aspekt seines Gebäudes: Ein Altersheim dürfe nicht nur reine Funktionen des Wohnens im Alter erfüllen, es müsse für die Seniorinnen und Senioren auch architektonische Reize bieten, Abwechslung wegen des im Alter immer enger werdenden Bewegungsradius. Das Haus müsse quasi die Stadt ersetzen, die selbst nicht mehr erlebt werden könne. Und er sah seine Formspielereien legitimiert durch Geschichte: Hatte nicht der Architekt Hermann Billing, dem er einen Aufsatz widmete, 1900 in der gleichen Straße ein Hauptwerk des Jugendstils hinterlassen, dessen Fassade auch gegen alle Konventionen verstieß?

Doch es gab keineswegs nur Kritik. In der überregionalen Fachpresse stieß das Gebäude auf großes Interesse. Es erschienen zahlreiche Artikel, selbst in französischen, ungarischen und japanischen Zeitschriften. Zusammen mit Gottfried Böhms wenig jüngerem Altenheim in Düsseldorf-Garath, das ähnliche architektonische Reize bietet, stand der DRK-Bau in Karlsruhe für einen neuen Ansatz in dieser Gattung. Gruppen von Architekten und Architektinnen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum kamen nach Karlsruhe. Offenbar schätzten sie vor allem den Mut, die Stützen wieder mit Kapitellen auszubilden – hier zeichnet sich schon die Postmoderne ab, der sich Gieselmann später zuwenden sollte. Nicht zuletzt dürfte das Werk mitverantwortlich dafür gewesen sein, dass sein Urheber zwei Jahre nach Fertigstellung einen Ruf auf einen Lehrstuhl an die Technische Hochschule (TH) Wien erhielt.

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Rückansicht des Vorderbaus mit Rauputzfassade, 1967 (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Rückansicht des Vorderbaus mit Rauputzfassade, 1967 (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Umgang mit dem Gebäude

Seit den 1980er Jahren steht das Altersheim bereits unter Denkmalschutz und eine in den frühen 1990ern geplante, entstellende Generalsanierung – unter Beteiligung von Gieselmann selbst – wurde zum Glück nicht realisiert. Dennoch hat der Bau in der Zwischenzeit viel von seiner ursprünglichen Wirkung verloren. Neue Standards für Altenheime, Sicherheits- und Brandschutzauflagen sowie Dämmmaßnahmen führten an vielen Stellen zu unglücklichen Eingriffen. Anstriche und Verkleidungen des Sichtbetons im Inneren demonstrieren das geringe Verständnis der neuen Eigentümerin, der Evangelischen Stadtmission, für die historische Bedeutung und die bauliche Qualität des Hauses. Die neue Erschließung über einen benachbarten Erweiterungsbau führte zur Degradierung des eigentlichen Zentrums der Anlage, der Eingangshalle. Zudem kann sie nicht mehr von der Straße eingesehen werden. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft denkmalpflegerische Belange mehr Berücksichtigung finden.

Rundgang

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Rückansicht des Vorderbaus mit „Himmelsleiter“ als Fluchtweg (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Rückansicht des Vorderbaus mit „Himmelsleiter“ als Fluchtweg (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Gesamtanlage von der Rückseite (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Gesamtanlage von der Rückseite (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Bungalow im Garten (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Bungalow im Garten (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Eingangshalle mit Majolikareliefs von Karlheinz Overkott (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Eingangshalle mit Majolikareliefs von Karlheinz Overkott (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Blick nach oben im Lichthof (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Blick nach oben im Lichthof (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Haupttreppe im Lichthof (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Haupttreppe im Lichthof (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Dachterrasse (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Dachterrasse (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Speisesaal (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Speisesaal (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Möblierung nach einem Entwurf von Reinhard Gieselmann (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Möblierung nach einem Entwurf von Reinhard Gieselmann (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Flurbereich im Rückgebäude (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, Flurbereich im Rückgebäude (Bild: saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Foto: Thilo Mechau)

Quellen und Literatur

 
saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Werkarchiv Reinhard Gieselmann.

Gieselmann, Reinhard, On the Search of Style. Auf der Suche nach Stil, Stuttgart/London 2007.

Titelmotiv: Karlsruhe, Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes (Bild: Gerhard Kabierske)

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