Happy Birthday: 10 Jahre urbanophil

Happy Birthday: 10 Jahre urbanophil

Wir von moderneREGIONAL machen das jetzt gute zwei Jahre. Wie viel Arbeit mag da hinter zehn Jahren Onlinedienst steckt. Daher vorweg schon einmal: Happy Birthday urbanophil! Das „Netzwerk für urbane Kultur“ mit Sitz in Berlin begeht seine 10. Geburtstag mit einer großen Feier vom 14. auf den 15. Oktober 2016 in der dortigen Bar „Moritz am Park“ (Dreysestraße 17, 10559 B-Moabit). Bereits am 14. Oktober, um 18 Uhr starten die Feierlichkeiten mit dem urbanoSALON #8 im ZK/U (Siemensstrasse 27, 10551 Berlin-Moabit), bei dem Autorin Michaela Schmidt mit Praktikern aus der Planung über ihr neues Buch „Im Inneren der Bauverwaltung“ diskutiert.

Am 15. Oktober startet der urbanophil-Tag um 11 Uhr mit dem „Newcomer-Frühstück“ im Kaffee A. Horn (Carl-Herz-Ufer 9, 10961 Berlin-Kreuzberg). Um 13 Uhr wird die „urbanoTOURS #1“ angeboten, eine Radtour zu Bauten der Architekten Baller & Baller. Zur selben Zeit bricht auch die „ubanoTOURS #2“ auf, eine urbane Gartentour mit Heißgetränk und Geburtstagstorte. Weiter geht es um 16 Uhr mit der „urbanoTOURS #3“, eine Tour zu U-Bahnhöfen Rainer Rümmlers. Oder Sie entscheiden sich zur selben Uhrzeit zur „urbanoTOURS #4“, zur interaktiven Tour von articipate! und St. Urban. Damit haben sich alle Teilnehmer dann die um 19 Uhr angesetzte „GEBURTSTAGSPARTY ’10 Jahre URBANOPHIL“ – mit einer Ausstellungseröffnung, einem „Miniposium“ und vielen Gästen – redlich verdient. (kb, 2.10.16)

Räume der Revolution

Räume der Revolution

Philipp Scheidemann ruft am 9. November 1918 in Berlin die Weimarer Republik aus (Bild: Erich Greifer, historische Postkarte)
Ort des Aufbruchs: Auf dem Balkon der Berliner Reischskanzlei ruft Philipp Scheidemann am 9. November 1918 die später so benannte Weimarer Republik aus (Bild: Erich Greifer, historische Postkarte)

Die revolutionären Unruhen der frühen Weimarer Republik gehören zu den einschneidenden Wendepunkten der mitteleuropäischen Geschichte. Für diesen Wandel waren nicht nur politische und soziale, sondern auch räumliche Veränderungen entscheidend. In seiner 2015 erschienen Publikation „Räume der Revolution“ wählt der Historiker Julian Aulke daher erstmals einen kulturhistorischen Ansatz, um die Revolution von 1918-1920 räumlich Blickwinkel zu deuten. Mit dem „Spatial Turns“ arbeitet Aulke heraus, welche Bedeutung dem „Raum“ für die revolutionären Unruhen zukam und wie dieser die revolutionären Prozesse prägte.

Julian Aulke studierte Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft und Mittlere Geschichte in Münster und war dort wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt „Symbolische Kommunikation und kulturelle Identität in den Gruppenbildungsprozessen der revolutionären Frühphase der Weimarer Republik 1918/20“ tätig. Seit 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiterin Göttingen. Mit seiner nun vorgelegten Dissertation zeigt er, wie sich Menschenim öffentlichen Raum verorteten. Durch seine so entstandenen „alternative Kartierung“ vermittelt er Raum als wesentlichen Faktor des revolutionären Alltags. (kb, 2.10.16)

Aulke, Julian, Räume der Revolution. Kulturelle Verräumlichung in Politisierungsprozessen während der Revolution 1918–1920 (Studien zur Geschichte des Alltags 31), Franz-Steiner-Verlag, 2015, 483 Seiten, 12 Schwarzweiß-Abbildungen, gebunden, ISBN 978-3-515-11183-6.

WOGA-Komplex: Wie geht’s weiter?

WOGA-Komplex: Wie geht’s weiter?

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Der von Erich Mendelsohn entworfene WOGA-Komplex in Berlin: Nur die Markierungen lassen die bedrohten Tennisplätze noch erahnen (Bild: UIi Borgert)

Dem WOGA-Komplex, der zwischen 1925 und 1931 nach Plänen Erich Mendelsohns in Berlin errichtet wurde, droht nach wie vor eine ungewisse Zukunft. So ist das städtebauliche Ensemble zwar denkmalgeschützt, ein Investor plant jedoch eine umstrittene „Verdichtung“ des Quartiers. Während Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller Ende Juli diesen Jahres die Maßnahme noch befürwortete, nahm die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf noch kurz vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus einen Antrag zum Erhalt einstimmig an.

Von der Verdichtung werden konkret die Tennisplätze des Komplexes bedroht. Mendelsohn konzipierte das Gebäudeensemble als Stadt in der Stadt, die den Bewohnern  auch die Möglichkeit zu Erholung und sportlicher Betätigung bot. Und die Planung ging auf: Bis in die 2000er sausten im begrünten Innenhof der Anlage regelmäßig gelbe Bälle durch die Luft, unter anderem vergnügten sich Erich Kästner, Vladimir Nabokov und Willy Brandt auf den Tennisplätzen. Die Befürworter neuer Bauprojekte im Komplex argumentieren dagegen, dass bereits in Mendelsohns Planung eine Verdichtungsoption angelegt war, und der Denkmalschutz die Tennisplätze nicht einschließe. Es wird spannend, wie sich die neue Berliner Regierungskoalition in dieser Frage positioniert. (jr, 1.10.16)