Hans Hollein. Alles ist Architektur

Die Ausstellung lief kaum 12 Tage, als der Architekt Hans Hollein am 24. April 2014 verstarb. Noch bis zum 28. September 2014 zeigt das Museum Abteiberg in Mönchengladbach die Schau „Hans Hollein. Alles ist Architektur“. Sie greift damit das berühmt gewordene Motto Holleins auf, der die Grenzen zwischen Design und Architektur, Kunst und Alltag auflösen wollte. Prominent wurde er durch seine überbordende Formensprache als Vorreiter der Postmoderne.

Den 80. Geburtstags von Hollein nahmen die Kuratoren – Wilfried Kuehn und Susanne Titz – zum Anlass, einen neuen Blick auf sein Werk werfen: seine Nähe zu Pop Art und Joseph Beuys, seine Projekte als Museumsarchitekt und Kurator. Im Anschluss an die Ausstellung findet am 28. September das Internationale Symposion „Alles ist Architektur – Startpunkte einer neuen Forschung über Hans Hollein“ mit Eva Branscome, Samuel Korn und weiteren Gästen statt. (kb, 9.6.14)

Hans Hollein erdachte 1969 das – heute futuristisch wirkende – mobile Büro (Bild: Archiv Hans Hollein)

Glück in Serie: 40 Jahre Alt Erlaa

Wenn es so etwas wie eine Vorzeige-Trabantenstadt gibt, dann ist es Alt Erlaa. Die Großwohnsiedlung im Süden von Wien erfreut sich seit 40 Jahren großer Beliebtheit, die sich bei Fachleuten als Bewunderung und bei Bewohnern fast als Liebe äußert. Auf 40.000 Quadratmetern brachte die Architektengemeinschaft Harry Glück & Partner, Kurt Hlaweniczka und Requat & Reinthaller zwischen 1973 und 1986 rund 3.200 Wohnungen für rund 9.000 Menschen unter. Von den großzügigen Grünflächen über ungezählte Pflanztröge bis zu den Swimmingpools auf den Dächern und in den Untergeschossen – in vielen Details schlug sich das Credo von Glück nieder: „Wohnen wie Reiche, auch für Arme“. In jedem Fall lohnt ein Spaziergang durch den hochgelobten „Wohnpark Alt Erlaa“ mit den treffenden Fotografien von Thomas Ledl. mR wünscht viel Vergnügen! (kb, 26.9.16)

Corvinuskirche Hannover: Abriss droht

Die Corvinuskirche in Hannover-Stöcken ist seit zwei Jahren kein Gotteshaus mehr. Der 1960-62 nach Plänen des Architekten Roderich Schröder errichtete Bau wurde 2012 entwidmet. Die Gemeinde will die Immobilie, die Ende 2011 unter Denkmalschutz gestellt wurde, abreißen lassen. Ursprünglich war ein Umzug geplant, nach dem gescheiterten Kauf der katholischen St. Christophoruskirche am Stöckener Markt möchte die evangelische Kirchengemeinde Ledeburg-Stöcken nun doch auf einen kleinen Teil des Grundstücks der Corvinuskirche zurückzukehren. Hier soll ein neues Gemeindezentrum mit einem Kirchraum entstehen. Die Entscheidung des Kirchenvorstands, der die Pläne absegnen muss, steht aber noch aus. Auch innerhalb der Gemeinde gibt es Kritik an den Abrissplänen.

Schon kurz nach der Unterschutzstellung reichte der Vorstand der Gemeinde Ledeburg-Stöcken beim Verwaltungsgericht Hannover Klage gegen den Bescheid des Denkmalamtes ein (Az.: 4 A 734/12). Im Februar 2013 hat das Verwaltungsgericht Hannover der Klage stattgegeben und damit vorbehaltlich der Rechtskraft der Entscheidung den Abriss zugelassen. Das Denkmalamt hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt, die demnächst vorm Oberverwaltungsgericht verhandelt wird. Ausgang offen … (db, 8.6.14)

Seit zwei Jahren wird die Corvinuskirche in Hannover nicht mehr als Gottesdienstraum genutzt (Bild: Archiv Börner/wikipedia, 1964)