Drei Tage Heimat in Eisenhüttenstadt

#HEIMATLOS (Bild: M. Maleschka)
#HEIMATLOS – Sie können der Veranstaltung auch über die sozialen Medien folgen (Bild: M. Maleschka)

Heimat kann man anschauen, zumindest zwischen den Jahren. Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls zeigt der Architekt und Fotograf Martin Maleschka eine Ausstellung zum Thema „Schrumpfende Städte“. Maleschka machte sich in den letzten Monaten einen Namen durch Projekte zur Architektur und architekturbezogenen Kunst der Ostmoderne in Weimar, Erfurt und London. Mit seiner neuen Ausstellung rückt er nun die Plattenbaugebiete Eisenhüttenstadts in den Mittelpunkt.

Schon während, aber nicht nur wegen seines Architekturstudiums war Maleschka nach Eisenhüttenstadt gezogen. Er begann, die seine „baulich immer schneller verschwindende Heimat“ fotografisch zu dokumentieren. Der Beschluss, am traditionsreichen Industriestandort die erste deutsche – „sozialistische Stadt“ zu errichteten, war 1950 gefallen. In der Folge entstanden markante Plattenbausiedlungen, die man nach dem Mauerfall veränderte und teils wieder „rückbaute“. Maleschkas Blick auf diese Umbrüche sind nun an drei Tagen, vom 25. bis zum 28. Dezember 2014 in einem leerstehenden Geschäft (Straße der Republik 37) in Eisenhüttenstadt jeweils von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Die Vernissage findet am 25. Dezember 2014 um 17 Uhr statt. (kb, 16.12.14)

Dexels konstruierte Welten

"Friedrich der Schöne und sein Enkel" betitelte Dexel diese Arbeit 1932 (Bild: Städtisches Museum Braunschweig)
„Friedrich der Schöne und sein Enkel“ betitelte Dexel diese Arbeit 1932 (Bild: Städtisches Museum Braunschweig)

„Der Mensch von heute […] kann verlangen, daß ihm die Fülle nicht gewünschter Mitteilung, worunter die Reklame in fast allen ihren Spielarten fallen dürfte, nur ein Mindestmaß von Zeitverlust verursache“, so kommentierte der Grafiker und Designer Walter Dexel. Was er wohl zu blinkenden Pop-Ups und aufdringlicher Fernsehwerbung gesagt hätte? Für seine Zeit pochte er jedenfalls auf eine schlichte, als Gebrauchskunst verstandene Reklame. Das Städtische Museum Braunschweig widmet ihm zum 125. Geburtstag noch bis zum 8. Februar 2015 die Ausstellung „Walter Dexel (1890–1973). Konstruierte Welten“.

Beleuchtet wird die facettenreiche Biographie des studierten Kunsthistorikers, der – neben seiner Tätigkeit als Werbedesigner – auch als Maler, Kunstsammler, Pädagoge und sogar Verkehrsplaner wirkte. Der Expressionismus, die Ideen des Bauhaus und besonders der Konstruktivismus prägten Dexels Werk. Den Nazis galten seine Arbeiten daher zwar als „entartet“, nachdem er 1933 in die Partei eingetreten war und sich von seinem Frühwerk distanzierte, machte er aber im „Dritten Reich“ Karriere. In den 1940er Jahren baute er die renommierte Braunschweiger Formsammlung auf, eine Konglomerat von Gebrauchskunst. In den 1960er Jahren kehrte Dexel zur konstruktivistischen Malerei zurück. (jr, 15.12.14)

Himmelstürmend für Kids!

Frankfurter Hochhäuser für Kinder erklärt: Das neue Buch vom Antaeus-Verlag (Bild: Antaeus)
Frankfurter Hochhäuser für Kinder erklärt: Das neue Buch vom Antaeus-Verlag (Bild: Antaeus)

Sie suchen noch ein nettes Weihnachtsgeschenk für Ihre Kinder, Neffen, Nichten? Zumindest, wenn Sie aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen, bietet das neue Buch des Antaeus-Verlags spannende Lektüre – auch für Kids, die man sonst mit Sachbüchern auf Bäume treiben kann. Passend zur gleichnamigen  Ausstellung im Deutschen Architektur Museum (DAM) liefert „Himmelstürmend – Frankfurter Hochhäuser für Kinder“ Wissenswertes zu 20 Frankfurter Wolkenkratzern. Welches ist das höchste? Ab welcher Höhe spricht man von einem Hochhaus? Und welches war eigentlich das erste? Diese und viele weitere Fragen beantworten die Autoren Arne Winkelmann und Bettina Gebhardt in ihrem „etwas anderen“ Architekturführer.

Auf Doppelseiten finden sich  Informationen zu je einem Gebäude und wichtigen Aspekten der Himmelstürmer-Architektur wie Höhenrekorde, Namensgebung, Ökologie oder Formgebung. Auf jeder Doppelseite befindet sich auch eine kleine Aufgabe oder ein Rätsel. Das Maskottchen „Messi“ – kein Mensch mit krankhaftem Sammeltrieb, sondern ein kleiner Messeturm – begleitet durch den Hochhausdschungel. Das Buch entstand mithilfe und Finanzierung der Freunde des Deutschen Architekturmuseums. (db, 14.12.14)

Winkelmann, Arne/Gebhardt, Bettina, Himmelstürmend – Frankfurter Hochhäuser für Kinder. Antaeus-Verlag, Frankfurt 2014, 52 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-9810809-3-3.