„Im Kopf weiterspielen“

Zu Hause beim Theologie-Professor Klaus Raschzok (18/2)

Als wir im fränkischen Neuendettelsau durch die Wohnungstür treten, ist der Fotograf zuerst etwas enttäuscht. Er hatte auf eine richtige Modellbahnplatte gehofft – mit Bergen und Gleisen und Zügen. Stattdessen hat Klaus Raschzok, Jahrgang 1954, seine Sammel-Leidenschaft über alle Zimmer verteilt. Auf Holzregalen und in Vitrinen warten ausreichend Loks, Bahnhöfe und Häuser, um mehr als eine Anlage zusammenzustellen. Sein Beruf als Universitätsprofessor lasse ihm leider zu wenig Zeit, erklärt Raschzok. „Ich komme meist nur dazu, die Dinge anzuschauen oder anzufassen. Aber ich habe in meiner Kindheit so viel ‚Bauerfahrung‘ gesammelt, dass ich im Kopf weiterspielen, weiterbauen kann.“

moderneREGIONAL: Herr Prof. Raschzok, es ist in Ihrer Wohnung nicht zu übersehen: Sie sind Modellbahnsammler.

Klaus Raschzok: Um genau zu sein: Ich bin ein Modellbahndilettant. Ein Spiel-Sammler, kein System-Sammler. Ich greife einfach aus Freude zu Modelleisenbahndingen, die Spielspuren zeigen. Diese V200-Lok hier von Märklin beispielsweise hat überall Farbabriebe. Man sieht, die ist mehrfach abgestürzt, die hat ein Kind in der Hand gehabt. Denn die Modelleisenbahn erzählt Geschichten, die Spuren hinterlassen, die sich in meiner Fantasie wieder zu Geschichten entfalten. Da ist eine kindliche Faszination im Kopf, in der Fingerkuppe, auch in der Nase da. Ich behaupte, ich kann eine Märklin-Eisenbahn von einer Trix oder Fleischmann am Geruch unterscheiden. Das ist ein Kindheitseindruck: Sie machen so eine Verpackung auf und das riecht nach Märklin.

mR: Mit dieser gut riechenden V200-Lok hat also alles begonnen?

K. R.: Der Anfang reicht noch weiter zurück, er liegt bei meinem Großvater, der Schreiner war. Als ich ein Kindergartenkind von drei, vier Jahren war, hat er mir eine Holzeisenbahn gebaut. Meine erste richtige Märklin-Modelleisenbahn habe ich mit zehn Jahren von meinem Vater geschenkt bekommen – als Belohnung für das erste Probe-Vierteljahr im Gymnasium. Zu Weihnachten erstand mein Vater, der einfacher Postbeamter war, von einem Kollegen eine gebrauchte Märklin-Eisenbahn. Weil der Sohn des Kollegen sich mit 16 Jahren lieber ein Rennrad vom Erlös wünschte. Und dieser Kollege hat meinem Vater versprochen, mich bis Weihnachten in die Kunst des Modelleisenbahnbaus einzuführen. Wir fingen damit an, Gleisbildpläne zu zeichnen. Er hat mir die Installation der Schienen gezeigt und mich in die Grundlagen der Elektrotechnik der Märklin-Modelleisenbahnen eingewiesen. Und bis Weihnachten stand eine eigene tischgroße Platte für mich zu Hause. Ich hatte also einen Mentor, der mir eine unglaubliche Liebe zu den Dingen vermittelt hat. Das war sozusagen im Kaufpreis, im Gegenwert eines Rennrads, inbegriffen.

mR: Was hat Sie an der Modelleisenbahn begeistert?

K. R.: Dass ich die Dinge hier so zusammenstellen konnte, wie sie in Wirklichkeit oft nicht möglich waren. Wir sind in sehr beengten Wohnverhältnissen aufgewachsen. Aber auf der Modellbahnplatte hatte ich ein Dorf mit Wohnhäusern, wie man sie in meiner Kindheit gebaut hat. Wie sie die Eltern meiner Freunde bauen konnten. Und wie ich es immer bedauert habe, dass meine Eltern das eben nicht konnten. So baute ich mir selbst ein kleines modernes Dorf, in dem ich mich wohl gefühlt hätte. Es war wirkliche Lebenskunst, dass mein Vater mir diese Modelleisenbahn besorgt hat. Er schenkte mir damit – in der wohnlichen Enge meiner Kindheit – große Weite, ein Fenster zur Welt.

mR: Was war Ihr erstes Modell?

K. R.: Diese kleine Fünfziger-Jahre-Kirche von Faller, die ich hier mitgebracht habe. Sie erinnerte mich an die Kirche im Dorf meiner Großeltern. Sie war ein Stück Heimeligkeit, ein Stück Idylle. Das Modell war ein Volltreffer von Faller, weil es eine emotionale Qualität hat. Wenn sie stilrein wäre, hätte sie sich wahrscheinlich gar nicht so gut verkauft. Da ist zwar Modernes dabei. Aber es ist eine Standardkirche, wie sie sich damals jede Gemeinde vom örtlichen Architekt hätte bauen lassen können. Diese Modell-Kirche war bei meinem Mentor, beim Arbeitskollegen meines Vaters, nicht vorgesehen. Die habe ich von meinem eigenen Geld ergänzt. Nichts ahnend, dass sich meine Berufsentscheidung, Pfarrer zu werden und evangelische Theologie zu lehren, irgendwie auf geheimnisvolle Weise in diesem Stück abgezeichnet hat.

mR: Welchen Menschen begegnen Sie auf den Modellbahnbörsen?

K. R.: Der typische Modellbahner ist leider in meinem Alter, 60, 65, oder älter. Aber noch viel spannender finde ich die Menschen, die mit gebrauchten Modellbahnen handeln. In Berlin habe ich beispielsweise den Herrn Herziger. Ein sehr vornehmer jüdischer Mitbürger, der seine Kundschaft immer erst abtastet, ob sie auch den hintergründigen jüdischen Humor nehmen kann. Dann wird er zum Geschichtenerzähler, spannt einen Bogen vom Stetl seines Vaters, der als Einziger den Holocaust überlebt hat, bis zu ihm, dem in Berlin der Nachkriegszeit geborenen Juden und begeisterten Modelleisenbahner.

mR: Es gibt eine jüdische Seite der Modellbahngeschichte?

K. R.: Darauf hat mich mein Herr Herziger dezent aufmerksam gemacht hat: Der Siegeszug der Firma Märklin setzte ein, als die jüdischen Modellbahnhersteller aus Nürnberg enteignet wurden. Bis 1934 war die Firma Josef Kraus Weltmarktführer, dann wurde der Inhaber enteignet. Seine Spuren verlieren sich in Theresienstadt oder Auschwitz. Und Märklin wurde der große Gewinner. Heute kostet ein unbespielter Märklin-Waggon unter Sammlern das Zehnfach von einem vergleichbaren Waggon dieser jüdischen Firma.

mR: Ersteigern Sie solche Stücke auch im Internet?

K. R.: Ich habe mir über die Jahre hinweg immer wieder die Freude gegönnt, Stücke gebraucht zu erwerben, die für mich in der Kindheit unerschwinglich waren. Dafür gehe ich in einen Laden und entdecke Dinge, die es dort in den letzten Jahren nicht gab. Mein Herr Herziger sagt dann immer: „Herr Prof. Raschzok, schauen Sie mal, das habe ich extra für Sie zurückbehalten.“ Das ist doch viel schöner, als es schnell bei ebay zu ersteigern.

mR: Sie haben zwei erwachsene Söhne von 32 und 34 Jahren. Haben sie Ihre Modellbahn-Begeisterung geerbt?

K. R.: In jedem Haus, in dem sie seit ihrer Kindheit gewohnt haben, hatte ich eine Modelleisenbahn aufgebaut und betrieben. Beide Söhne sind beruflich so stark eingebunden, dass sie das Modellbahnfieber noch nicht erfasst hat. Aber in ihrer Erinnerung ist Modellbahn etwas, was Vater und Söhne miteinander verbindet. Ich weiß noch, als unser Jüngster schon kurz vor 30 war, hat er sich gewünscht, dass wir einen Tag vor Weihnachten wieder im Keller weiterbauen an unserer gemeinsamen Modelleisenbahnanlage.

mR: Wollen Sie die Anlage hier in Ihrer neuen Wohnung wieder aufbauen?

K. R.: Wir haben uns für meinen bevorstehenden Ruhestand so eingerichtet, dass Platz für eine Anlage besteht. Die ist natürlich noch nicht gebaut. Aber da ist der Traum, die unvollendete Anlage fortzusetzen. Ich habe die Mahnung eines liebenswürdigen Händlers aus Eisenach im Ohr. Mike Wüst verabschiedet mich immer mit dem Satz: „Sie müssen auch damit spielen, mir sind schon viele Kunden zuvor weggestorben.“

Das Gespräch führte Karin Berkemann.

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Sommer 18: Modell Moderne

In Plastik sind alle gleich

In Plastik sind alle gleich

Daniel Bartetzko und Karin Berkemann über Miniatur-Welten.

"Im Kopf weiterspielen"

„Im Kopf weiterspielen“

Zu Hause beim Theologie-Professor Klaus Raschzok.

Falk Jaeger, * 1950

Falk Jaeger, * 1950

Der Publizist lernte Architektur mit Modell-Katalogen.

Oliver Elser, * 1972

Oliver Elser, * 1972

Der DAM-Kurator träumte von einer Abknipszange.

Rudolf Evert, * 1946

Rudolf Evert, * 1946

Der Anwalt schätzte schon früh präzise Abläufe.

Amandus Sattler, * 1957

Amandus Sattler, * 1957

Der Architekt wurde statisch früh herausgefordert.

Wolfgang Voigt, * 1950

Wolfgang Voigt, * 1950

Der Architekturhistoriker baute seinen eigenen Flughafen.

Außer Konkurrenz

Außer Konkurrenz

Zu schön, um sie nicht zu zeigen.

Sitzen im Staatstheater Saarbrücken

von Julius Reinsberg (17/4)

„Grenzlandtheater“ – unter diesem martialischen Namen wurde das Saarländische Staatstheater 1938 eröffnet. Gut drei Jahre vorher hatten sich die Bürger des – bis dato unter Verwaltung des Völkerbunds stehenden – Saarlands in einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit für die Parole „Heim ins Reich“ entschieden. Die Nazipropaganda feierte die neue Bühne als „Geschenk des Führers“ für diesen Wahlausgang. Durch die Nähe der französischen Grenze wurde der Bau zusätzlich symbolisch aufgeladen: Das Prestigeprojekt sollte die behauptete kulturelle Überlegenheit Nazideutschlands demonstrieren. Der Bau war einer der wenigen ausgeführten Theaterneubauten des „Dritten Reichs“, verweist aber auf die Gestalt ungebauter Projekte. Die nicht realisierten Theaterbauten in München und Linz weisen zahlreiche Parallelen mit dem Bau an der Saar auf.

Lange vor der Vorstellung

Die Planung des Saarbrücker Schauspielhauses unterlag dem Architekten Paul Baumgarten, der zu den Lieblingsbaumeistern Hitlers zählte. Theaterhäuser waren seine Spezialität, auch wenn er sich hauptsächlich mit Neugestaltungen, weniger mit Neubauten befasste. So gestaltete er etwa 1934 die Deutsche Oper in Berlin um. Der Zuschauerraum erhielt eine streng neoklassizistische Anmutung und wurde mit einer „Führerloge“ ausgestattet. In Saarbrücken realisierte Baumgarten auf einem annähernd kreuzförmigen Grundriss ein monumentales Theater, dass seine städtebauliche Dominanz durch die prominente Lage am Saarufer und die vorgelagerte, weitläufige Platzanlage namens „Feld der Befreiung“ noch unterstrich. Für die Zuschauer war sie Teil der Inszenierung des Theaterabends – lange vor Beginn der Vorstellung. So mussten sie zum Theaterbesuch erst diesen Platz überqueren, dann einige Stufen zum Gebäude hinaufsteigen und die dorischen Säulen passieren, die rechts und links der Portale angeordnet waren. Im Inneren wurden sie von weiterem Pomp umfangen: das Vestibül fungierte unter dem Namen „Ehrenhalle“ und protzte mit schweren Kristalllüstern und antikisierten Sitzgelegenheiten. Blickfang war ein überlebensgroßes Hitlerportät unter goldenem Reichsadler mit Hakenkreuz.

Hatte das Publikum schließlich den Zuschauerraum erreicht, präsentierte sich dieser ähnlich monumental. Zwei umlaufende, geschwungene Ränge blickten auf eine Bühne, die ihrerzeit zu den größten und technisch modernsten in Europa zählte, wie die Propaganda nicht müde wurde, zu betonen. In der Mitte des ersten Rangs fand sich die obligatorische „Führerloge“, abgetrennt durch aufwändige Vorhänge und betont durch ein Hakenkreuz an der Brüstung, das die Symmetrieachse markierte. Während das Publikum auf im Boden fixierten Stühlen Platz nahm, deren Lehne leicht ergonomisch geformt war und deren Sitzfläche bei Nichtnutzung nach oben klappte, standen für den „Führer“ und seine Entourage barock anmutende Stühle bereit, die nicht im Boden fixiert waren.

1000 Jahre lang?

Die politische Instrumentalisierung des Baus zeigte sich deutlich zu seiner Eröffnung im Oktober 1938. Zu diesem Anlass besuchten Hitler, Goebbels und weitere Nazigrößen Saarbrücken, um der ersten Vorstellung im neuen Theater beizuwohnen: Wagners „Fliegendem Holländer“. Das Publikum spielte die ihm von den Machthabern zugedachte Rolle glänzend, lange bevor sich der Vorhang hob. Auf dem weitläufigen Platz vor dem Theater sammelte sich – ohne Aussicht auf Eintritt – eine gewaltige Menschenmenge, um dem Ereignis beizuwohnen. Im Inneren des Hauses betrat zeitgleich Goebbels die Bühne und konnte seine Rede erst nach Minuten beginnen, da der Jubel der Zuschauer nicht enden wollte. Dann erklärte er die Aufgabe, welche dem Theater im Nationalsozialismus zukomme: nicht nur „Bühne, sondern auch Tribüne der Zeit“ zu sein.

Es blieb dem Bauwerk erspart, diese Rolle wie von den braunen Machthabern geplant 1000 Jahre lang spielen zu müssen. Knapp ein Jahr nach der Eröffnung gipfelte deren Politik im Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, dessen Auswirkungen bald auch Saarbrücken trafen. Dem Theaterpublikum gab man nun samt der Programmhefte Merkblätter mit in die Vorstellung, die Verhaltensanweisungen für den Fall eines Luftangriffs gaben und den Weg zum Luftschutzkeller beschrieben. 1942 wurde das Theater bei einem Bombenangriff schwer beschädigt, 1944 schließlich der Spielbetrieb aller Theater im Deutschen Reich eingestellt.

Neue Bescheidenheit

Nach dem Ende des Kriegs wurde das Theater entnazifiziert: Die Reichsadler und Hakenkreuze verschwanden, das Haus erhielt den bescheidenen Namen „Stadttheater Saarbrücken“. Die Räumungsarbeiten übernahm teilweise das Theaterensemble selbst, dass zum Trümmerschippen Sonderschichten schob. Auch die französische Besatzungsmacht beteiligte sich am Wiederaufbau des zerstörten Hauses, ein Abriss stand nur gerüchteweise im Raum. Ein Grund dafür war sicher die nahezu unzerstörte Bühnentechnik. Die Nähe zur französischen Grenze wurde nun umgedeutet: das Haus sollte nicht mehr die Überlegenheit einer bestimmten Kultur demonstrieren, sondern kulturellen Austausch befördern. Tatsächlich standen neben deutschen auch französische Produktionen auf dem Spielplan, Gastspiele des Stadttheaterensembles wurden in Frankreich bejubelt.

Im Inneren wurde der Bau nach den Leitlinien der 1950er umgestaltet. Die ehemalige „Ehrenhalle“ wich einem schlicht möblierten Saal mit großzügigen Fensteröffnungen. Im Zuschauerraum wurde es zeittypisch plüschig: weinrote Sessel luden die Besucher ein, es sich auf den Rängen gemütlich zu machen. Die „Führertribüne“ wurde zwar entfernt, lässt sich aber bis heute erahnen: An ihrer Stelle findet sich eine geschlossene Box mit Fenstern gen Bühne, in der Technik und Bühnenbeleuchter Platz finden.

In den 1960er und 1970er Jahren öffnete sich das Schauspielhaus endgültig der internationalen Theaterwelt. Selbstbewusst nannte man sich nun „Saarländisches Staatstheater“. Unter der Intendanz Hermann Wedekinds erspielte sich die Bühne einen hervorragenden Ruf. Neben französischen Stücken lag ein Schwerpunkt auf den Werken georgischer Künstler, was im Zeitalter des Kalten Krieges noch exotischer anmutete. Saarbrücken trug dies die Städtepartnerschaft mit Georgiens Hauptstadt Tiflis ein, der Platz vor dem Theater erhielt den Namen „Tbilisser (sic!) Platz“.

Greifbar, nicht belastend

In den 1980er Jahren wurde das Staatstheater erneut grundlegend modernisiert. Verantwortlicher Architekt war niemand anderes als Gottfried Böhm, der sich in Saarbrücken bereits durch die eigenwillige, ergänzende Rekonstruktion des Saarbrücker Schlosses einen Namen gemacht hatte. Er tauchte den Zuschauerraum in helle Farben, entfernte die strengen Pfeiler auf den Rängen und gewährte mehr Beinfreiheit, indem er die Anzahl der Sitze von 1132 auf 879 reduzierte. Einzig der opulente Kronleuchter erinnert bis heute an den einstigen Pomp. Er wird eingerahmt von einem Deckengemälde des Malers Peter Schubert, welches das von den Nazis verehrten Theaterpathos ironisch bricht. Auf den ersten Blick scheinen hier die Heroen klassischer Bühnenkunst versammelt, in opulenter Rüstung herabblickend wie in manch historistischem Opernhaus. Beim genaueren Hinsehen offenbaren sie sich jedoch als schemenhafte Figuren, die nur wie durch einen Schleier wahrzunehmen sind: mehr Schein als Sein. Wer im Staatstheater sitzt, für den ist die Geschichte des Hauses greifbar. Belastend wirkt sie nicht.

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Herbst 17: Nehmen Sie Platz!

"Schwerer als ein Wolkenkratzer"

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LEITARTIKEL: Hajo Eickhoff über eine moderne Beweglichkeit.

Sitzen im Fußballstadion

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FACHBEITRAG: Matthias Marschik zwischen Nordkurve und Souvenirstand.

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FACHBEITRAG: Dietrich Worbs unterwegs zum Kinosessel.

Sitzen im Bonner Loch

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FACHBEITRAG: Martin Bredenbeck über (ehemals) konsumfreie Räume.

Sitzen mit Wolfgang Voigt

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INTERVIEW: ein Architekturhistoriker und drei Ungers-Stühle.

Sitzen im Staatstheater Saarbrücken

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PORTRÄT: Julius Reinsberg zwischen Pomp und Bescheidenheit.

Sitting in Motion

Sitting in Motion

FOTOSTRECKE: von ergonomischen Zugabteilen und futuristischen Flugzeugsitzen.

Falk Jaeger, * 1950

Falk Jaegers Hang zur Modellbahnromantik rührt aus Kindertagen. Der 1950 geborene Publizist und Hochschullehrer hat sich mit der Modellbahn schon früh „auch architektonisch betätigt.“ Zu seinen ersten bauhistorischen Überblickwerken gehörten die Kataloge von Faller, Kibri und Co. „Da war die ganze Geschichte der Architektur wunderschön ausgebreitet“, erinnert er sich im Gespräch mit dem Kunsthistoriker Ralf Liptau im Rahmen der Ausstellung „märklinMOODERNE“.

„Ich habe mit sieben Jahren die ersten Gleise bekommen, einen Zug mit Dampflok und einen Bahnhof.“ Alles wurde zunächst einige Wochen in der Weihnachtszeit aufgebaut. „Als ich ein eigenes Zimmer hatte, wurde die Anlage noch größer, immerhin gut drei Meter lang. Da habe ich sozusagen unter der Anlage geschlafen.“ Mal gab es eine Winterlandschaft mit Mehl bestäubt, mal eine orientalische Szenerie, mal eine mitteleuropäische Stadt mit Bauten des 20. Jahrhunderts. Heute sind die Reste im Keller verstaut, doch Jaeger hat Pläne: „Wenn ich demnächst wieder mal eine Anlage aufbaue, kaufe ich mir einen 3-D-Drucker und drucke die Bauten, die ich haben will, einfach selbst aus.“

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Sommer 18: Modell Moderne

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Falk Jaeger, * 1950

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Der Publizist lernte Architektur mit Modell-Katalogen.

Oliver Elser, * 1972

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Der DAM-Kurator träumte von einer Abknipszange.

Rudolf Evert, * 1946

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Der Anwalt schätzte schon früh präzise Abläufe.

Amandus Sattler, * 1957

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Der Architekt wurde statisch früh herausgefordert.

Wolfgang Voigt, * 1950

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Der Architekturhistoriker baute seinen eigenen Flughafen.

Außer Konkurrenz

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Zu schön, um sie nicht zu zeigen.