Weil Autos manchmal doch das Stadtbild stören, stellt man sie am besten weg. In Lüdenscheid hat man dafür die Kunst des Stapelns perfektioniert. Um 1976 entstand an der Ecke Turmstraße/Goldene Ecke zentral nahe Altstadt und Kulturhaus die (ja, das ist der offizielle Name) Parkpalette. Auf dem schon Mitte der 1960er Jahre teils beräumten Gelände sind zur Bauzeit nochmals Bestandshäuser gefallen. Hier kommt der Betonstapel heute brutalistisch unbesorgt daher, doch auf den zweiten Blick fügt er sich unerwartet gut in das tradierte Straßenmuster. In diesem Umfeld wurden drei, in ihren Abmessungen individuell ausgeformte Parketagen übereinander angeordnet und liebevoll mit Pflanztrögen behängt.
All das wirkt beim näheren Blick wenig gepflegt, doch – immerhin – das städtische Stadtreinigungsunternehmen STL kümmert sich um die Bepflanzung der Anlage. Und Bäume und Büsche haben um die Parkpalette längst einen grünen Ring gezogen. Mit etwas Liebe und Farbe ließe sich auch das Übrige sicher aufhellen. Doch seit 2020 wird über das weitere Vorgehen diskutiert, nun scheint ein Abriss wahrscheinlich. Schade wäre es, denn die parkwilligen Autos (die Parkpalette verfügt über 118 Stellplätze) werden ja nicht weniger – für sie soll an anderer Stelle ein neues Parkhaus entstehen, für das wiederum ein Nachkriegsbau fallen müsste. (kb, 27.8.26)




Lüdenscheid, Parkpalette (Bilder: Stefan Küßner, 2026)
