Pasewalk, Lokschuppen Pomerania (Bild: triapadvisor)

Pläne für Lokschuppen mit DDR-Regierungszug

Heute ist Pasewalk Bahnfahrern eher ein leidvoller Begriff vom verregneten oder verspäteten Umsteigen irgendwo nirgendwo zwischen Ostsee und Berlin. Dabei gehört der pommersche Ort, an dem bereits in den 1860er Jahren die ersten Lokomotiven fuhren, zu den frühen und wichtigen Verkehrsknotenpunkten. Das einstmals ausgedehnte Netz an „Neben-, Klein-, Schmalspur, Anschluss- sowie Feld- und Güterbahnen“ verlor mit dem Zweiten Weltkrieg seine strategisch wie wirtschaftlich günstige Lage, bleib aber weiter ein wichtiger Bahnstandort der DDR. Der 1865 errichtete und später erweiterte Lokschuppen etwa erhielt noch 1962 eine neue, bis heute erhaltene Drehscheibe. In den 1990er Jahren wurden in Pasewalk dann zunehmend Gleise und Personal abgebaut.

1997 schließlich ging die letzte Bahn-Dienststelle nach Angermünde. Im selben Jahr übernahm die Kommunalgemeinschaft „Pomerania“ (ab 2003 Verein „Lokschuppen Pomerania“) den Lokschuppen und schloss einen Nutzungsvertrag mit der Bahn. Bereits mehrfach fanden auf dem Gelände Musik-Festivals statt. Touristische Besucher können allerhand erleben vom „Drehscheibe drehen“ bis zum „Schwellenrammen“. Und übernachten lässt es sich stilvoll im Salonwagen des ehemaligen DDR-Regierungszugs. Nun hat die Stadt grünes Licht, den denkmalgeschützten Lokschuppen mit den Außenanlagen „zu einem überregionalen Besucherzentrum mit Konzertstätte und Übernachtungsmöglichkeiten“ auszubauen – so berichtet die Ostsee-Zeitung. Mit dem jetzigen Eigentümer will die Kommune dafür eine Kooperationsvereinbarung treffen. (kb, 16.12.18)

Pasewalk, Lokschuppen Pomerania (Bild: triapadvisor)