In Hamburg ist ein Paternoster verloren gegangen, noch dazu wohl einer der ältesten seiner Art weltweit. 1908 wurde er mit dem Bau des Flüggerhauses eingerichtet – und vom Kunst- und Technikhistoriker Robin Augenstein erst vor wenigen Jahren hinter Verschalungen wiederentdeckt. Neben den technischen Anlagen hatten sich ganze 14 Holzkabinen erhalten. Nach ersten Untersuchungen war klar, dass sich die Anlage restaurieren und wieder in Betrieb setzen ließe.
Als die Signa Gruppe den denkmalgeschützten Bau 2019 übernahm, wollte sie den wiederentdeckten Aufzug wieder zugänglich und nutzbar machen. Rund 2.500 Stunden flossen in die Restaurierung. Die historische Mechanik des Umlaufaufzugs wurde sichtbar belassen, indem man die offenen Zwischenräume mit transparenten Markolanscheiben absicherte. Doch vor wenigen Tagen schlug der Restaurator Patric Wagner beim Denkmalverein und bei den Behörden Alarm, als er den Verlust des Paternosters bemerkte. Wie der NDR berichtet, wurden die Bauarbeiten jetzt vorerst gestoppt. Dem Eigentümer könnten, sollte sich die Frage nicht aufklären lassen, eine Geldstrafe und/oder die Auflage drohen, den Paternoster wiederherzustellen. (kb, 27.4.26)

Hamburg, Flüggerhaus, Rödingsmarkt 19 (Bild: Ajepbah, CC BY SA 3.0, 2013)
