Der Schreiber dieser Zeilen hat großes Glück: Hat er schlechte Laune, muss er nur vor die Tür seiner Frankfurter Wohnung gehen und die Wände, Schilder, Laternen oder Stromkästen angucken. Dann macht es Peng! und die Stimmung ist sofort wieder rosarot. Denn überall in seiner Nachbarschaft finden sich die entzückenden, unverkennbaren Strichmännchen des Graffiti-Künstlers „Peng“. Oft ganz klein, manchmal ziemlich groß, manchmal überraschend ernst: es gibt von ihm auch stilisierte, traurig blickende Gesichter mit einem Kreuz überm Kopf. „Mea Culpa“, meine Schuld, steht darunter – mehr als nur eine Anspielung an das Schuldbekenntnis der katholischen Kirche. Seit rund 20 Jahren hinterlässt der Street-Art-Künstler seine Werke in der Stadt. Und das mit einem untrüglichen Gespür dafür, wo die Bilder (in der Regel) Freude bereiten und keinen Ärger über besudelte, frisch gestrichene Wände. Im Hauptberuf arbeitet Peng als Sozialarbeiter, sonst gibt er logischerweise wenig von sich preis. Am nächsten kommt man ihm auf seinem Instagram-Account. Aber gut, über Banksy weiß man ja auch nicht viel.
Doch nun gibt es eine verdiente Würdigung: Anlässlich der Frankfurt Art Experience ist er mit der Ausstellung „Die verbotenen Bilder“ bis 26. September im Off-Space „Parfümerie“ (Kaiserstraße 46, 60329 Frankfurt) zu sehen: Passenderweise hat er in dem nur von ihm bespielten Raum eine Wand und die Schaufenster mit seinen Sprühdosen gestaltet. Neu an diesen Arbeiten sei, dass er seine Männchen als Ensemble male, deren Linien ineinander übergehen, sagt er. Es gibt auch kleinformatige Werke auf Leinwand zu kaufen. Peng selbst wird man freilich nicht begegnen – zumindest nicht wissentlich: „Einen Namen zu haben, der so stadtbekannt ist und gleichzeitig weiß niemand, wer ich bin – das hat einen sehr eigenen Reiz“, sagt er in einem Interview auf der Website der Art Experience. Also heißt es nach Ende der Ausstellung weiterhin: rausgehen, Peng suchen – und sich freuen. (db, 6.9.25)
Frankfurt, Egenolffstraße, Einfahrt – Peng (Bild: Daniel Bartetzko)

