Kleist-Museum Ralf Lotus CC-BY-3.0

Penthesilea wurde geraubt

Eine Serie von Kunstrauben erschüttert Brandenburg: Diebe entwenden Bronzeskulpturen. Nicht für den illegalen Kunstmarkt, sondern wegen des wertvollen Metalls. Schon vor Kurzem verschwand eine Bronzebüste Werner Seelenbinders, dann die Bronzeplatten am Kleistdenkmal und weitere Bronzeskulpturen.

Nun rissen Diebe die Plastik „Penthesilea I“ von Wieland Förster vom Sockel, warfen sie über den Zaun und brachten sie fort, wahrscheinlich um sie einzuschmelzen. Der Künstler soll sehr betroffen reagiert haben. Erst vor drei Jahren wurde seine „Große Badende“ vom Oderufer entwendet. Das eherne Gesetz der Amazonen forderte, dass die Kriegerinnen die Väter ihrer Kinder im Zweikampf besiegen und rauben sollten. Königin Penthesilea verliebte sich in den Helden Achilles, doch im wilden Kampf tötete sie den Geliebten. Das Drama von Kleist setzte Wieland Förster in den 80er Jahren in vier Bronzeplastiken um. Drei von ihnen stehen vor dem Kleist-Museum in Frankfurt an der Oder, die vierte stand dahinter. Sie ist nun wohl für immer verloren, denn die Gipsform ist nicht mehr vorhanden. (ps, 1.3.16)

Das Kleist-Museum mit drei verbleibenden Skulpturen von Wieland Förster (Bild: Ralf Lotus, CC BY 3.0)