Mannheim, Collini-Center (Bild: Rudolf Stricker, CC0)

Rettet das Collini-Center!

Es war eine Zeit des heute kaum vorstellbaren baulichen Aufbruchs: Zur Bundesgartenschau 1975 wurden in Mannheim nicht nur die Freiräume umfassend neugestaltet, auch zahlreiche bis heute prägende Hochbauten kamen hinzu. Am wichtigsten waren wohl die Neckaruferbebauung Nord mit ihren drei weithin sichtbaren Wohnhochhäusern sowie das Collini-Center auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses. Beide Ensembles sind bis heute durch einen Fußgängersteg verbunden. Doch dieses gewässerübergreifende Erbe des Brutalismus – vollständig vom Mannheimer Architekten Karl Schmucker entworfen – soll nun um einen wichtigen Teil gestutzt werden: Der kleinere der beiden Türme des Collini-Centers, das bis vor kurzem noch als Technisches Rathaus genutzte Bürohochhaus, soll abgerissen werden.

Das wünscht sich zumindest der Investor, der 2020 siegreich aus einem Wettbewerbsverfahren hervorging, das Gebäude von der Stadt Mannheim kaufte und dort nach erfolgtem Komplettabriss vier Einzelbauten errichten will. Doch es regt sich Widerstand: Eine Initiative aus Bewohner:innen des großen Collini-Turms will das kleinere Nachbargebäude, das seit 2012 eingerüstet ist, erhalten und beide Türme mitsamt der verbindenden Galerie unter Denkmalschutz gestellt wissen. Eine Online-Petition läuft bereits, auch ein Eilantrag beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg wurde eingereicht. Die Argumente scheinen sie dabei ganz auf ihrer Seite zu haben: Von der Einsparung grauer Energie durch Umnutzung statt Abriss über den ikonenhaften Status der Gesamtansicht und die noch sehr gut erhaltene Originalsubstanz bis hin zur teilweise erhaltenen Innenausstattung. Es bleibt also noch etwas Hoffnung, dass der für 2022 terminierte Abriss womöglich abgewendet werden kann. (fs, 12.11.21)

Mannheim, Collini-Center vor Verhüllung des Bürohochhauses (Bild: Rudolf Stricker, CC0)