Das Tauziehen um das Philosophicum – 1960 als Institutsgebäude an der Universität Frankfurt errichtet – geht in eine neue Runde. Das Baudenkmal soll zum Appartementhaus umgestaltet werden. Neuer Eigentümer ist der Geschäftsmann Rudolf Muhr – und er hat dem Architekten des Projekts, dem Frankfurter Stefan Forster, gleich die Zusammenarbeit aufgekündigt. Beide Seiten werfen sich “unprofessionelles Verhalten”, “Gutsherrnart” und “Preistreiberei” vor. In kleinere Stücke kann ein Tischtuch wohl nicht zerschnitten werden …

Schon die Durchsetzung des Denkmalschutzes geschah vor 15 Jahren nur gegen erhebliche Widerstände aus dem hessischen Kultusministerium. Der Verkauf an die Projektgruppe Philosophicum, die ein alternatives Wohnprojekt plante, scheiterte Anfang 2014 am Geld – im Sommer kaufte Muhr. Und jetzt muss ein neuer Architekt gefunden werden, nachdem das bundesweit renommierte Büro Forster gegangen wurde. “Wir wertschätzen Forster sehr”, sagte die Leiterin des Frankfurter Denkmalamts, Andrea Hampel, der Frankfurter Rundschau. Dessen Entwürfe stellten aus Sicht der Denkmalpflege einen “vielversprechenden und genehmigungsfähigen Ansatz” dar. Man werde aber auch mit einem anderen Architekten sicherlich gut zusammenarbeiten. Bis dahin hält freilich der Dornröschenschlaf des Philosophicums an. (db, 11.12.14)

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