Philosophicum: voerst kein Verkauf

Frankfurt/Main, Bau des Philosophicums, 1959 (Bundesarchiv Nr. B 145 Bild-F006599-0004, Foto: Rolf Unterberg)
Frankfurt/Main, Bau des Philosophicums, 1959 (Bundesarchiv B 145 Bild F006599 0004, Foto: Rolf Unterberg)

Die Institutsgebäude von Ferdinand Kramer, der zwischen 1952 und 1964 Universitätsbaumeister in Frankfurt am Main war, stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die Universität ist größtenteils auf den Campus Westend umgezogen. Auf dem bisherigen Areal im Stadtteil Bockenheim plant man eine Mischung aus Wohnen, Büros und Kultur. Die teils denkmalgeschützten Kramer-Bauten sollen soweit möglich Teil des neuen „Kulturcampus“ werden.

Das ungewöhnlichste und radikalste Gebäude Kramers ist das 1959/60 gebaute Philosophicum, um dessen Verbleib seit langem gerungen wird. Schon die Unterschutzstellung des streng funktionalistischen Stahlskelettbaus gelang vor 15 Jahren nur gegen Widerstände aus dem hessischen Kultusministerium. Nun ist der Verkauf an die Projektgruppe Philosophicum, die hier ein Wohnprojekt plante, gescheitert. Die Gruppe konnte die Kaufsumme von 6,1 Millionen Euro zur geplanten Vertragsunterzeichnung am 30.6. nicht aufbringen. Nach dem geplatzten Deal steht der Bau wieder zur Disposition. Schon vor der ersten Einigung mit der Projektgruppe gab es kommerzielle Mitbieter, die jetzt zum Zuge kommen könnten. Zumindest vom Abbruch des in Fachkreisen hoch angesehen Baus redet niemand mehr. (db, 7.7.14)