“Wien. Die Perle des Reiches” – dieser Ausstellungstitel bleibt dem potenziellen Besucher erst einmal im Hals stecken. Es geht schließlich um ein widersprüchliches Thema. Vom 19. März bis zum 17. August 2015 zeigt das Architekturzentrum Wien erstmals umfassend das Wiener Baugeschehen zu Zeiten des Nationalsozialismus. Am Beispiel der Architekturszene werden die Verflechtungen der NS-Ziele greifbar: Bauten und Stadtplanungen standen und/oder wurden instrumentalisiert für die aggressiven Expansions- und Bevölkerungspolitik des NS-Regimes.

Paradoxerweise wurde lange kolportiert, Wien habe eine untergeordnete Rolle im Planungsgeschehen des Dritten Reiches gespielt. Die Ausstellung jedoch legt dar, wie “Groß-Wien” nach Berlin zur zweitgrößten Stadt des Reiches aufstieg. Infrastruktur-, Industrie- und Bebauungskonzepte bezeugen die mächtige Funktion als Drehscheibe und Transitraum von und nach Südosteuropa. Hierfür präsentiert die Ausstellung teils nie öffentlich gezeigtes Material, wie Pläne, Fotografien und Schriftstücke. Am 18. März 2015 wird im Architekturzentrum Wien um 19 Uhr die Ausstellungseröffnung begangen. Begleitend ist bei Park Books ein gleichnamiger Katalog erschienen. (kb, 9.3.15)

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