In Breslau gibt es in diesem Sommer gleich zwei Ausstellungen zur Architekturmoderne zu bestaunen. Unter dem Titel „Planstoria“ wird eine Wohnsiedlung in Ciechanów vorgestellt, die vom NS-Regime während des Zweiten Weltkriegs umgesetzt wurde. Ähnliche Anlagen finden sich bis heute vielerorts in Polen, wo sie als „Blocks“ bezeichnet werden. Sie waren gedacht für Amtsträger:innen und deren Familien in der neue ostpreußischen Provinz. In der Tradition der Gartenstadt ließ man zwischen den Häusern Grünflächen, die – bei aller späteren Verdichtung – diese Siedlungen teils immer noch prägen. Diese Ausstellung „Planstoria“ ist noch bis zum 17. August 2025 im Architekturmuseum Breslau zu sehen.
Und, wenn Sie schon einmal vor Ort sind, werfen Sie im selben Museum doch noch einen Blick auf die Ausstellung „Schwarzmeer-Utopie 1955 – 1989. Architekturdrama in fünf Akten“, die noch bis zum 12. Oktober 2025 zu sehen ist. Hier dreht sich alles um die große architektonische Zeit der Experimente, als Architekt:innen wie Cezar Lăzărescu eine großzügige Bade- und Wohnlandschaft gestalteten. Entlang der Berichte der Zeitschrift „Arhitectura“ wird erlebbar, wie der Traum vom „neuen Menschen“ auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs seine Form fand. Dafür hat das Kurator:innenteam die Form einer Theaterinszenierung gewählt, um die Euphorie der Anfangsjahre, die Wandlungen über drei Jahrzehnte hinweg und das heutige Schicksal der einstigen Experimente zu inszenieren. (kb, 8.8.25)

Mamaia, Hotels und Bars an der Schwarzmeerküste nach Entwürfen des Architekten Cezar Lăzărescu (Bild: Caralaz, CC BY SA 3.0)
