Platte in Dresden

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Dresden, Neustädter Markt (Copyright: X-Weinzar/ Wikipedia Creative Commons CC-BY-SA-2.5)

Die lange verhasste „Platte“ wird allmählich auch an repräsentativen Plätzen als ein Stück deutscher Architekturgeschichte erkannt: Derzeit diskutiert man in Dresden leidenschaftlich darüber, ob ein Teil der Plattenbauten am Neustädter Markt abgebrochen werden soll. Eine nicht repräsentative Telefonbefragung der „Sächsischen Zeitung“ ergab durchaus Überraschendes: 45 Prozent der 710 Befragten sprachen sich für den Erhalt der Plattenbauten aus. 29 Prozent stimmten dagegen. Und rund 26 Prozent wollten sich nicht festlegen.

Angestoßen wurde die Diskussion Anfang 2014, als Stadt- und Ortsbeiräte über die Zukunft des Fußgängertunnels am barocken Reiterbild August des Starken, dem „Goldenen Reiter“, berieten. Die unterirdische Querung wurde während des Elbhochwassers im Juni 2013 überschwemmt und schwer beschädigt. Gutachten ergaben, dass eine Sanierung über 300.000 Euro kosten würde. Politiker mehrerer Parteien lehnten das ab. Stattdessen machten sie sich für eine Neugestaltung des gesamten Platzes stark – die bereits seit längerer Zeit debattiert wird: Um die Sichtachsen auf die restaurierten Barock- und Gründerzeitviertel hinter dem Neustädter Markt wiederherzustellen, müssten einige der Plattenbauten aus den Siebzigern fallen. (db, 4.10.14)