Im Stadtmuseum Dresden eröffnet am Abend des 27. Februar 2025 eine beinahe schon überraschende Ausstellung, da sie einerseits zur Dresdner Stadtgeschichte gehört und andererseits nicht so recht ins Eigenimage der Stadt zu passen scheint. Dem industrialisierten Wohnungsbau, der Platte, widmet sich das Museum, und zwar mit Blick in den Osten und den Westen gleichermaßen. Denn der Plattenbau hat ja nicht nur die Stadtlandschaften der DDR geprägt. Die Ausstellung stellt die unterschiedlichen Etappen des Platten-Wohnungsbaus mittels zeitgenössischen Modellen, Fotos, Entwürfen und einer künstlerische Rauminstallation vor, eröffnet spielerische Zugänge und Interviews bis hin zum digitalen Tetris-Plattenbau-Spiel.
Doch der Blick ist nicht nur in die Vergangenheit, auf die verschiedenen Phasen des industriellen Bauens in der DDR und der Bundesrepublik von 1945 bis heute gerichtet – es soll auch in die Zukunft geschaut werden. Warum baute man industriell? Was waren die Vorteile, was die Nachteile? Was machte das Wohnen in der Platte aus? Von diesen Fragen ausgehend schweben die Gedanken nach vorn. Denn heute brauchen wir wieder dringend viele neue Wohnungen und auch dabei wird mehr oder weniger offen ausgesprochen, vielerorts auf modulares, serielles Bauen gesetzt. Hat der Plattenbau also eine Zukunft? Parallel zur Ausstellung „Platte Ost/West“, die vom 28. Februar bis zum 29. November 2026 zu sehen sein wird, spielt die Bürger:Bühne am Staatsschauspiel Dresden an ausgewählten Terminen (montags 18.00 bis 20.00 Uhr + 2 Wochenenden, Februar bis Mai 2026) das Stück „Platte“ in den Räumen des Stadtmuseums. Zudem wird es Kurator:innenführungen und ein Fortbildungsprogramm im Rahmen der Ausstellung geben. (pk, 24.2.26)

Dresden-Mockritz, Altersheim Olga Körner, um 1974, Fotograf: Erich Höhne (Bild: Deutsche Fotothek, Stadtmuseum Dresden)
