Plattenköpfe: Hansgeorg Richter

Bundesarchiv, Bild 183-1986-0424-014 / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
Cottbus, Neubau im Wendischen Viertel (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1986-0424-014/CC-BY-SA-3.0-de, via Wikimedia Commons)
INB 80. LGW (Leichte Geschossbauweise Cottbus). LPC (Leiche Platte Cottbus). Hinter diesen fast poetischen Abkürzungen steht das ehrgeizige Vorhaben der 1980er Jahre, die Altstadt von Cottbus mithilfe des Plattenbaus wieder attraktiver zu gestalten. Damit verbunden wurden auch „marode“ Häuser durch neue „Lückenbauten“ ersetzt, die sich – traufständig, auf den kleinen altstädtischen Grundrissen – an die umgebende historische Formensprache anlehnen sollte. Technisch wurden dafür bekannte standardisierte Bauelemente – die „Platte“ – angepasst.

In loser Folge stellt das Online-Portal „Jeder Quadratmeter du“ prägende Gestalten des Systembaus vor: „Plattenköpfe“. Im neuesten Film wird der Architekt Hansgeorg Richter porträtiert, der diese (post-)moderne Seite von Cottbus entscheidend mit prägte. Richter erhielt mit seinem Kollektiv den Auftrag, altstadttaugliche Ersatzneubauten zu gestalten: Wohngebäude mit schrägen Dächern, senkrecht gegliederten Fenstern und einer öffentlichen Erdgeschosszone. Für Richter, der selbst in einem seiner Plattenbauwerke wohnt, sieht seinen Beitrag zur Cottbusser Altstadt als Beitrag zum „Gedächtnis der Stadt“ – und dieser steht mit der gesamten Altstadt als Flächendenkmal unter Schutz. (kb, 18.11.14)