Bochum, Christuskirche, Platz des europäischen Versprechens (Bild: Lutz Leitmann, Stadt Bochum)

Platz des europäischen Versprechens

An diesem Wochenende wurde in Bochum ein großes Versprechen gegeben, genauer gesagt sind es 14.726 Versprechen: Vor der Christuskirche weihte man am 11. Dezember das Flächenkunstwerk „Platz des europäischen Versprechens“ ein. Als die Engländer 1943 Bochum bombardiert hatten, war von der neugotischen Christuskirche nur der Turm übrig geblieben. Auf die Kriegsgreuel antwortete der Architekt Dieter Oesterlen 1959 mit einer Verheißung in Ziegel und Beton: Neben den ehrwürdigen historischen Turm der Christuskirche stellte er ein modernes filigranes Schiff.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte der Düsseldorfer Maler Heinrich Rüter (1877-1955) im Turm eine „Helden“-Gedenkhalle gestaltet. Bis 1931 listete man hier in aufwändiger Mosaiktechnik die 1.358 protestantischen Gefallenen der Stadt ebenso wie die Namen der 28 „Feindstaaten Deutschlands“ – von Belgien bis Uruguay. Auf dieses Zeugnis der Zwischenkriegszeit antwortet nun der Künstler Jochen Gerz (* 1940) mit seinem „Platz des Europäischen Versprechens“: In der Turmhalle und rund um den Turm hält er die Namen von Europäern auf Basaltplatten fest, die damit ihr – geheim bleibendes – Versprechen an Europa abgeben. (kb, 13.12.15)

Bochumer Christuskirche: die Namensplatten vom „Platz des europäischen Versprechens“  von Jochen Gerz (Bild: Lutz Leitmann, Stadt Bochum)