Frankfurt, Senckenberganlage (Bild: D. Bartetzko)

Postmoderne platt

Postmoderne platt

Frankfurt, Senckenberganlage (Bild: D. Bartetzko)
Fällt für ein Wohnhochhaus: das 1992 eröffnete Senckenberg-Carré in Frankfurt  (Bild: D. Bartetzko)

Frankfurt am Main hält die Vorreiterrolle inne, damals wie heute: Einst feierte die Postmoderne hier fröhliche Urständ’, nun geht es etlichen Gebäuden jener Ära schon in jungen Jahren an den Kragen. Demnächst trifft es das „Senckenberg-Carré“ nahe der Messe, das 1992 eröffnet worden war, und das schon länger nur noch Schließfächer und eine Paketstation beherbergt. Die Deutsche Post, der Hauptnutzer des seinerzeit vom Büro Braun & Schlockermann entworfenen Baus, ist bereits 2012 ausgezogen. Das Carré ist die Erweiterung der denkmalgeschützten ehemaligen Oberpostdirektion von 1907.

Die CG-Gruppe möchte anstelle des PoMo-Baus in den kommenden Jahren ein Wohnhochhaus nach Plänen von Jo Franzke Architekten errichten; der Historismus-Bau, ebenfalls 1992 umgebaut, bleibt bestehen und soll über 200 Eigentumswohnungen Platz bieten. Das schon seit geraumer Zeit geplante Vorhaben stößt nun auf Kritik, da keinerlei Sozialwohnungen auf dem Areal geplant sind, sondern die für Frankfurt übliche gehobene Preisklasse avisiert ist. Auch die Gebäudehöhe wird von CDU und Linke nicht gutgeheißen: Der Wohnturm ist mit 16 Geschossen geplant, erlaubt sind nach Bebauungsplan zwölf.  Auf wenig Begeisterung stößt zudem das geplante neue Dachgeschoss des Altbaus: Schnell kam die Bezeichnung „Notdach“ auf …(db, 9.11.16)