Wer in den vergangenen 50 Jahren Stadtplanung studiert und ausgeübt hat, dem muss die kommende Ausstellung „Suburbia. Träume vom Eigenheim – Wege aus der Wohnungskrise“ des DAM wahrlich avantgardistisch vorkommen. Ausgerechnet das Eigenheim, das in den letzten Jahrzehnten als ein relevanter Verursacher für viele negative Entwicklungen in Urbanität, Umweltschutz und Gesellschaft in Erscheinung getreten ist, soll nun Wege aus der Wohnungskrise weisen können? Der Bestand, so das DAM im Ankündigungstext, berge ein enormes Potenzial. Durch Weiterbauen statt Abriss und kluge Transformation schlummere im Einfamilienhausbestand ein Ausweg aus der Wohnungskrise. Als praktisches Beispiel steht der Großraum Rhein-Main im Mittelpunkt der Schau. Hier wird gezeigt, mit welchen Mitteln in den suburbanen Siedlungen zusätzlicher Wohnraum entstehen könnte.

Anhand der Zeitschrift Schöner Wohnen macht die Ausstellung zudem die historische Entstehung der Baugattung Einfamilienhaus während des bundesdeutschen Wirtschaftswunders nachvollziehbar: Eine Bibliothek sämtlicher Hefte der 1960er und 1970er Jahre darf durchblättert und gelesen werden. „Suburbia“, die vom 21. März – 2. August 2026 im DAM Frankfurt zu sehen sein wird, ist eine Ausstellung vom Centre de Cultura Contemporània de Barcelona und dem Deutschen Architekturmuseum in Kooperation mit der TU München sowie mit einem Beitrag des Forschungsfeldes wohnen+/-ausstellen, Mariann Steegmann Institut, Kunst & Gender, Bremen. Ermöglicht hat die Ausstellung die Wüstenrot Stiftung, die sich seit langem für die Entwicklung von Zukunftsstrategien für das Einfamilienhaus einsetzt. (pk, 14.3.26)

SUBURBIA, Schöner Wohnen Sonderheft, Cover, Constanze-Verlag, ca. 1955

SUBURBIA, Schöner Wohnen Sonderheft, Cover, Constanze-Verlag, ca. 1955

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