Briefmarke, DDR, 1964 (Scan: Nightflyer, via wikimedia Commons)

„Puppen-Lange“ ist tot

„Puppen-Lange“ ist tot

Briefmarke, DDR, 1964 (Scan: Nightflyer, via wikimedia Commons)
„Pitti“ 1964 auf einer DDR-Briefmarke (Scan: Nightflyer, via wikimedia commons)

Wenn jemand den Beruf „Puppenmacherin“ in den Adelsstand erhoben hat, dann war es Emma-Maria Lange. Sie schuf um 1960 Klassiker des DDR-Kinderfernsehens: Pittiplatsch und Schnatterinchen, von ihren engeren Freunden kurz Pitti und Schnattchen genannt. Erdacht wurden die anarchischen Begleiter des Sandmännchens von Heinz Schröder, Friedgard Kurze, Ingeborg und Günther Feustel, doch gestaltet hat sie Emma-Maria Lange. Geboren am 11. März 1921 im württembergischen Wasseralfingen, schulte sie sich noch während des Zweiten Weltkriegs in München in künstlerischen Abendkursen, um anschließend Bildhauerei an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee zu studieren.

1958 gründete Lange schließlich ihre berühmt gewordene Puppenmanufaktur in Berlin und Teltow. Bekannt wurde sie vor allem mit ihren Arbeiten für Kindersendungen, doch arbeitete sie in den kommenden Jahrzehnten dagegen an, darauf beschränkt zu werden. Erst im hohen Alter schuf sie Werke im öffentlichen Raum, so eine Skulptur in Kleinmachnow sowie 2012 die gegenständlichen „Zille-Gören“ im brandenburgischen Stahnsdorf. Emma-Maria Lange verstarb am 4. Mai 2016 in Potsdam im Alter von 95 Jahren nach einem Schlaganfall. Am 17. Mai soll im Landarbeiterhaus in Kleinmachnow, ihrem letzten Wohnort, zwischen 15 und 17 Uhr ein Kondolenzbuch ausliegen. (kb, 12.5.16)