Seit Jahren kreisen Investoren-Träume um das Pyramiden-Ensemble am Hafenplatz im Berlin-Kreuzberg. Die Wohnanlage wurde in den Jahren 1969-73 nach Entwurf des Berliner Architekten Helmut Ollk (1911-1979) gebaut. Eigentlich eine Wohnanlage, wurde sie jahrzehntelang auch als Studierendenunterkunft genutzt. Zum 1.1.2018 ist der brutalistische Ensemble mit 720 Wohnungen aus der Sozialbindung gefallen. Seitdem geht es mit seinem Zustand bergab, die Eigentümerin „Hedera Bauwert“ verkündete 2014 Abrisspläne. Im von Gentrifizierung bedrohten Stadtteil stießen sie umgegend auf starke Kritik, unter anderem der Verein Urbane Praxis fordern den Erhalt der günstigen Wohnungen. Das Bezirksamt Kreuzberg hat im November 2025 zunächst auch eine städtebaulicher Erhaltungsverordnung ausgesprochen, die die Investoren-Pläne erschwert. Pikant am Rande: Gegen den Hedera-Geschäftsführer als Privatperson sowie gegen drei Projektgesellschaften der Hedera Gruppe laufen derzeit Insolvenzverfahren.

Den Ärger um das Pyramiden-Ensemble hat die Verfügung jedoch nicht gestoppt: Die Eigentümer zahlen offenbar fortgesetzt weder Wasser noch Grundsteuer. Bereits 2025 hatte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg eine offene Rechnung in Höhe von 70.000 Euro vorgestreckt, damit den Mieter:innen nicht das Wasser abgestellt wurde. Diese hatte ihre Nebenkosten regulär gezahlt. Nun arbeitet der Bezirk an weitreichenderen Schritten, um die Bewohnbarkeit des Gebäudeensembles zu sichern: an der sogenannten Ersatzvornahme und einer Treuhänderschaft. „Die Mieter wurden in der zweiten Dezemberhälfte per Anordnung aufgefordert, ihre Nebenkosten künftig an ein bezirkliches Treuhandkonto zu überweisen, das bei Home and Care liegt“, erklärte Bezirksstadtrat Florian Schmidt (Grüne) dem Berliner „Tagesspiegel„. (db, 14.1.26)

Berlin, Pyramide am Hafenplatz (Bild: Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0)

Berlin, Pyramide am Hafenplatz (Bild: Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0)

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